So ganz sind die emotionalen Spuren noch nicht getilgt. Auch nicht ein Jahr, nachdem die Buchser Stimmbevölkerung an einer Referendumsabstimmung mit rund 66 Prozent Nein einen Verkauf des Bärenplatzes an einen Investor abgelehnt hat. Der Gemeinderat hatte den Verkauf gut vorbereitet und konnte den Einwohnerrat vom Projekt, das einen mehrstöckigen Kopfbau vorsah, überzeugen. Nicht jedoch das Volk und das Referendumskomitee, das später in der IG «Bärenplatz für alle» aufging. «Gebodigt» habe dieses die Pläne des Gemeinderats, sagte Ratsmitglied Walter Wyler am Donnerstag an einer Infoveranstaltung zur Zukunft des Bärenplatzes. Eingeladen hatte die IG, die den Buchsern an diesem Abend Möglichkeiten aufzeigen wollte, wie der Bärenplatz künftig aussehen könnte.

Herzensangelegenheit Suhre

Nach der Abstimmung war klar gewesen, dass die Buchser das Projekt nicht wollten. Aber was wollen sie dann? Die IG Bärenplatz hat dazu eine schriftliche Befragung durchgeführt. 467 Personen nahmen teil. «Der Bärenplatz soll der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, als Treffpunkt und Begegnungsort.» So lautet gemäss der IG eine der Kernaussagen der Umfrage.

Die Hälfte der Teilnehmenden will, dass der Bärenplatz unbebaut bleibt, 48 Prozent sprachen sich für eine teilweise Bebauung aus, nur 2 Prozent für eine vollständige. Die meisten wünschen sich darauf keine Parkplätze oder nur bei speziellen Anlässen. 9 von 10 Umfrageteilnehmenden möchten, dass der Platz zur Suhre respektive zum dortigen Veloweg hin geöffnet wird, zum Beispiel mit einer breiten Treppe.

Darüber, wie stark begrünt der Platz sein soll und ob er mit fixen, mobilen oder gar keinen baulichen Elementen gestaltet werden soll, gehen die Meinungen auseinander. Spielgelegenheiten (Spielplatz, Pétanque, Basketballfeld) und ein gastronomisches Angebot (ähnlich «Summertime» oder «Schwanbar» in Aarau) wurden sehr oft erwähnt, zudem Sitzmöglichkeiten oder ein Wasser-Element. Hinzu kamen eher abenteuerliche und kaum bewilligungsfähige Vorschläge wie Hallenbad, Eisbahn, Suhre-Badesteg, Aussichtsturm oder eine Rutschbahn zum Flüsschen hinunter. Einige wollten auch einfach eine offene Fläche oder Magerwiese stehen lassen, damit weiterhin Anlässe wie die «Buga» oder das Jugendfest stattfinden könnten. Andere wollen den Verlauf der Kantonsstrasse (Mitteldorfstrasse) ändern, oder dann doch bitte zumindest einen Kreisel bei der Einmündung Oberdorfstrasse einrichten: «Ein Kreisel ist das Wichtigste!», schrieb jemand.

Die IG hatte aus all diesen Ideen fünf mögliche Szenarien entwickelt und visualisiert. Werner Schenker, Grünen-Einwohnerrat und Mitglied der IG, betonte, diese seien «nur ein Bündel von Ideen». Eine Visualisierung ist oben zu sehen, weitere sind auf www.baerenplatzfueralle.ch abrufbar.

Es braucht eine Motion

Wie geht es nun weiter? Die IG wünscht sich vom Gemeinderat die offizielle Einsetzung einer Arbeitsgruppe oder Kommission, die, finanziert mit Steuergeldern, die Projektierung an die Hand nimmt. «Wir haben bisher ohne jede Unterstützung gearbeitet, weder finanziell noch anderweitig», sagte Werner Schenker mit Seitenblick zum Gemeinderat. Man wolle «endlich wahr- und ernstgenommen werden», fügte Heidi Niedermann (CVP) an.
Der Gemeinderat hingegen stellt sich auf den Standpunkt, er könne erst aktiv werden, wenn er dazu einen Auftrag vom Einwohnerrat erhalte. Also eine Motion. Diese dürfte im Laufe des Jahres eingereicht werden.