Aarau
Badegast macht sich Sorgen um die Sicherheit in der Aarauer Badi

Dass das Freibad im Schachen nicht nur für die Aarauerinnen und Aarauer saniert worden ist, ist naheliegend. Und so machen sich auch Gäste von ausserhalb darüber Gedanken, ob die neue Badi in allen Teilen ihren Ansprüchen genügt.

Hubert Keller
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Spielende Kinder sind ausgelassen und oft unberechenbar, deshalb sind sie auf Aufsicht angewiesen. wpo

Spielende Kinder sind ausgelassen und oft unberechenbar, deshalb sind sie auf Aufsicht angewiesen. wpo

«Nicht in allen Teilen», meint Markus Zimmermann aus Obergösgen, der aus seinem Herzen keine Mördergrube machte und seine Bedenken postwendend dem Stadtrat mitteilte, per eingeschriebenen Brief notabene. «Die sehr offene und einladende Gestaltung gefällt wirklich», stellt Zimmermann fest, um gleich die Frage nachzureichen: «Wo aber bleibt die Sicherheit?» Er kritisiert im Brief, den er auch der az Aargauer Zeitung zukommen liess, dass insbesondere die kleinen Nichtschwimmer von mangelhaften Sicherheitsmassnahmen betroffen seien.

Die offen gestaltete Sitzbank stelle kein Hindernis dar, das die Kleinkinder nicht übersteigen oder unter dem sie nicht hindurch kriechen könnten. Er sei nicht der Meinung, dass die Kinder dem Bademeister überantwortet werden sollten. Doch wenn man die Eltern in die Pflicht nehmen wolle, müsse man diesen entlang des Nichtschwimmerbeckens Schattenplätze anbieten. Ohne Sonnenschirme müssten die Eltern an der prallen Sonne ausharren, wollten sie ihre Aufsichtspflicht nicht vernachlässigen. Markus Zimmermann hat aus dem Rathaus Antwort bekommen. Projektleiter Sebastian Busse und Andreas Jauch, Sektionsleiter Hochbau, stellen sich der Kritik und anerkennen «ein gewisses Verbesserungspotenzial». Im Stadtbauamt will man deshalb prüfen, ob im Bereich des Beckenumgangs Sonnenschirme aufgestellt werden können.

Busse und Jauch weisen darauf hin, dass «die neu hinzugefügten Bauteile und Ausstattungen eine Mischung aus Sicherheitsinstrumenten als auch offenen, dem ursprünglichen Zustand aus den 50er-Jahren angenäherten Gestaltungselementen» darstellten. Mit Vertretern von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), vom Elternverein, von der Schule und anderen Stellen hätten intensive Abklärungen stattgefunden, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. «Das Ergebnis der Sanierung erfüllt die Anforderungen an die Sicherheit.» Im Zusammenhang mit der Spielplastik von Erwin Rehmann fänden noch Abklärungen statt.

Die Vertreter der Stadt weisen auch darauf hin, dass Massnahmen wie zum Beispiel die Einzäunung von kompletten Beckenbereichen nicht möglich seien, da die Durchschreitezonen, zum Beispiel zu den Duschen, immer eine Möglichkeit zum Durchschlupf für Kleinkinder darstellten. Andere neue Freibäder in der Schweiz oder im benachbarten Ausland hätten offenere Beckenumgänge und würden trotzdem den Sicherheitsnormen entsprechen. «Bauliche Massnahmen bei Freibädern können die Aufsichtspflicht von Eltern oder anderen Aufsichtspersonen nicht ersetzen.»