Brauch in Aarau
«Bachfischet»: Schüler werden nicht vom Laternenbasteln befreit

Am «Bachfischet» wird nicht gerüttelt. Die Siebtklässler werden nicht vom Laternenbasteln befreit. Oberstufenlehrer hatten den Antrag letzten Sommer gestellt. «Es geht hier um einen Brauch. Er lebt davon, dass die Schule mitmacht.

Katja Schlegel
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Bachfischet in Aarau.
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Das Feuerwerk am Bachfischet
Fürio, de Bach brönnt: 1850 Kinder und Jugendliche bilden den Lichterumzug, der sich durch die dichten Menschenspaliere in der Rathausgasse bewegt.
Sind konzentriert bei der Sache.
Sie haben sich alle Mühe gegeben.
«De Bach isch do, de Bach isch do…»
Und staunen selber am meisten.
Bachfischet in Aarau.
Bachfischet in Aarau.
Bachfischet in Aarau.

Bachfischet in Aarau.

Annika Bütschi

Kurz vor dem Bachfischet im letzten September hatten die Oberstufenlehrer genug: Sie stellten bei Remi Bürgi, Geschäftsleiter der Schule Aarau, den Antrag, die Siebtklässler aus der Bachfischet-Pflicht zu entlassen und das Laternenbasteln den Primarschülern zu überlassen.

Doch jetzt ist klar: Es bleibt alles beim Alten. Gesamtschulleiter Bürgi hat entschieden, dass die Oberstufenschüler auch weiterhin am Bachfischet mitlaufen werden.

«Ich habe die Frage mit verschiedenen Instanzen besprochen und letztlich die Entscheidung gefällt, dass die Oberstufenschüler auch weiterhin am Bachfischet teilnehmen sollen», so Bürgi.

Für ihn selbst sei der Entscheid schnell klar gewesen, nicht nur als Geschäftsleiter, sondern auch als Aarauer: «Es geht hier um einen Brauch, der seit Jahrzehnten gehegt und gepflegt wird und zu den urtümlichsten Bräuchen der Schweiz zählt», so Bürgi. Der Bachfischet sei nicht umsonst auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes. «Dieser Brauch lebt davon, dass die Schule mitmacht.»

Das war der Bachfischet 2014:

Die Oberstufenlehrer hatten argumentiert, es bleibe zwischen Schulbeginn nach den Sommerferien und dem Bachfischet Mitte September kaum Zeit, die Laternen zu basteln, stehen doch nur zwei Lektionen pro Woche fürs Basteln zur Verfügung.

Ausserdem laufe nach der Reform 6/3 ja nur noch ein Oberstufenjahrgang mit, weshalb es Sinn mache, die Teilnahme auf die Primarschule zu beschränken. Für Bürgi ist die Reform aber kein Grund, die Schüler vom Anlass zu dispensieren.

Und auch das Zeit-Argument überzeugt ihn nicht: Natürlich seien zwei Lektionen pro Woche nicht viel Zeit. «Aber dann stellt sich die Frage, welchen Aufwand man betreiben will. Man kann auch in kurzer Zeit einfachere und trotzdem schöne Laternen basteln.»

Philippe Guignard, Bachfischet-Obmann der Heinerich-Wirri-Zunft, die den Bachfischet organisiert, freut sich sehr über Bürgis Entscheid. «Es wäre schade, würde diese Altersgruppe am Bachfischet fehlen.» Für ihn gehören die Teenager zum Umzug einfach mit dazu.

Der Entscheid wurde den Lehrpersonen laut Bürgi schriftlich mit einer ausführlichen Begründung kommuniziert. Reaktionen auf diesen Entscheid, der auch von der Schulpflege gestützt wird, habe er keine bekommen.