Aarau
Bachfischet: Fantasievolle Farbenpracht flackert im Kerzenlicht

Der traditionelle Lichterbrauch hat wieder Tausende in die Stadt gelockt und begeistert. 1850 Schülerinnen und Schüler haben mitgemacht.

Hubert Keller
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Fürio, de Bach brönnt: 1850 Kinder und Jugendliche bilden den Lichterumzug, der sich durch die dichten Menschenspaliere in der Rathausgasse bewegt.
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«De Bach isch do, de Bach isch do…»
Sie haben sich alle Mühe gegeben.
Impressionen vom Aarauer Bachfischet 2014
Und staunen selber am meisten.

Fürio, de Bach brönnt: 1850 Kinder und Jugendliche bilden den Lichterumzug, der sich durch die dichten Menschenspaliere in der Rathausgasse bewegt.

Annika Bütschi

Die Stadtmusikanten spielen «Aarauer Welle». Doch hier, zwischen den Toren, ist von einer Welle nichts zu sehen. Der Stadtbach, der an diesem lauen Herbstabend doch eine wichtige Rolle spielt, fliesst unterirdisch, nur in der Rathausgasse zeigt er sich als dürftiges Rinnsal. Mütter hasten mit ihren Kindern vorbei, Richtung Aargauer Platz und Obere Vorstadt, zum Ausgangspunkt des Umzugs.

Mehr und mehr sammeln sich Hundertschaften, die den «Bachfischet», wohl wie jedes Jahr, nicht verpassen wollen. Die Stadtmusik intoniert «Hey Jude», während Busse in der Vordern Vorstadt im eigenen Stau stehen.

Endlich, punkt 20.15 Uhr, löschen die Lichter, ein Raunen geht durch die Massen. Vom Obertorturm, wo noch Licht durch die Maueröffnungen dringt, erklingt ein Glockenspiel, in das sich bald Trommelwirbel mischen. Primarschüler folgen den Tambouren mit hell leuchtenden Kugellampions, an die sich Schmetterlinge klammern.

«Fürio, de Bach brönnt» rufen sie, so laut sie können, und dringen mit ihren Stimmchen doch nicht bis zu den Ohren der staunenden Zuschauer. «Fürio, de Bach brönnt, d’Suhrer händ en azönnt.» Der schlimme Verdacht hält die Suhrer Kinder nicht davon ab, auch am Bachfischet mitzumachen, erstmals. Insgesamt 1850 Schülerinnen und Schüler haben die wunderschönen Lampions und Laternen gebastelt, darunter auch Gastklassen aus Erlinsbach und Kinder des Asylbewerber-Kindergartens aus Rohr.

Fantasievoll bunte Tiere leuchten im flackernden Licht der Kerzen, Eulen, Schnecken, Fische, Schwäne und Hasen. Obelix mit prächtigem Bauch gleich in mehrfacher Ausführung. Die Pontoniere und ihre Passagiere von der Heilpädagogischen Sonderschule in den Pontons ernten spontanen Applaus. Ihre Unterwasser-Wunderwelt mit weiss leuchtenden Quallen bewegt sich langsam durch die Gasse.

Es ist ein Gewusel aus Lampions, die sich auch schon mal ineinander verhaken. Ihre kunstvollen Laternen tragen die Oberstufenschüler zu zweit. Die Pfadi hat ihr Lagerfeuer auf einer Trage geschultert. Und dann künden ein paar Tropfen doch noch Regen an. Sie werden mit Verachtung bestraft – und mit einem Mordschlapf und dem Feuerwerk der Wirri-Zunft unten im Schachen..