Aarau
Babyboom im Tierpark: Frischlinge sollen sich sauwohl fühlen

Im Wildpark Roggenhausen gibt es wieder Frischlinge und vielleicht auch ein grösseres Wildsaugehege.

Ueli Wild
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Bei den Wildschweinen im Tierpark Roggenhausen hat es im Juni dieses Jahres wieder Nachwuchs gegeben.

Bei den Wildschweinen im Tierpark Roggenhausen hat es im Juni dieses Jahres wieder Nachwuchs gegeben.

Ueli Wild

Es sind nicht zuletzt die Jungtiere, die an 365 Tagen im Jahr Gross und Klein zu Hauf in den rund 15 Hektaren umfassenden Wildpark Roggenhausen locken. Und beachtlich: Nicht weniger als 71 Geburten konnte der Park in den ersten sieben Monates des laufenden Jahres verzeichnen.

Massgeblich am Babyboom beteiligt waren die Hirsche: Nicht weniger als 18 Damhirschkälber kamen im Frühsommer zur Welt, dazu fünf Rothirschkälber und drei Axishirschkälber – zwei im Mai, eines schon im Februar. Die Brunft kann bei den Axishirschen, wie Wildparkleiter Christoph Fischer gestern vor den Medien klarmachte, anders als bei den einheimischen Rothirschen, unabhängig von der Jahreszeit erfolgen. Bei den Rothirschen steht sie quasi vor der Tür: Im September beginnt für «Roggi»-Platzhirsch Aro die strenge Zeit des Fastens, des Imponierens – und des Begattens seines Harems.

Sorgen bereitete den Wildpark-Verantwortlichen zuletzt der Wildschwein-Nachwuchs. Die drei bisherigen Wildschweine, schrieb Peter Heuberger, der Präsident des Vereins Wildpark Roggenhausen, im Jahresbericht 2016, seien «nicht mehr gewillt oder nicht mehr in der Lage» gewesen, Nachwuchs zu erzeugen.

Daher seien sie durch einen jungen Keiler und zwei junge Bachen ersetzt worden, welche die Tierparks «Lange Erlen» (Basel) und «Dählhölzli» (Bern) dem «Roggi» geschenkt haben. Was Heuberger im Jahresbericht vermutete, bestätigte gestern auch der zuständige Tierpfleger Ruedi Lindenmann: Die früheren Roggenhausen-Schwarzkittel seien mit einem Virus infiziert gewesen.

Die neue «Ménage à trois» bewährt sich: Im Juni sind sieben Frischlinge zur Welt gekommen, die nun vergnügt herumtollen. Eine der beiden Bachen brachte vier gestreifte Kleine zur Welt, die andere deren drei. Alles also im grünen Bereich beim Schwarzwild. Und künftig sollen nicht nur kecke Frischlinge die Besucher wieder mit ihrem Anblick erfreuen. Mittelfristig sollen die Säue selber mehr Freude haben – an ihrem Gehege.

«Etwas Wildsaugerechteres», verriet Peter Heuberger gestern, sei angedacht: eine Ausweitung des Wildsaugeheges im Bereich des Bachs und Rückzugsmöglichkeiten im Wald gegen den Hang hinauf. Diesbezüglich werde man zu gegebener Zeit mit der Gemeinde Eppenberg SO, auf deren Boden die «Roggi»-Schwarzkittel wohnen, das Gespräch suchen.

Priorität hat im Moment aber ein anderes Projekt: Die Truthühner sollen einen neuen Stall erhalten. Das entsprechende Bauprojekt liegt aktuell bis zum 11. September im unteren Rathaus auf. Erstens ist der alte Stall, wie Peter Heuberger durchblicken liess, baufällig und zweitens schlagen die Vogelgrippe-Vorschriften durch: Der Bund verlangt, dass die Vögel in Grippe-Zeiten nicht unter freiem Himmel gefüttert werden. Im neuen Stall sollen daher künftig sämtliche Truthühner Platz finden.