Region
az-Steuerberechnung zeigt: Der Steuer-Herbst ist am See am schönsten

Meisterschwanden und Egliswil wollen den Steuerfuss senken. In allen anderen 53 Gemeinden der Region soll die Steuerbelastung im kommenden Jahr gleich bleiben. Doch wie wirken sich die unterschiedlichen Steuerfüsse aus? Ganz erheblich, wie das Beispiel, dass die az mithilfe des Steuerrechners der Kantonalen Steuerverwaltung durchgerechnet hat.

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In Meisterschwanden ist nicht nur die Landschaft traumhaft, sondern auch das Steuerklima.

In Meisterschwanden ist nicht nur die Landschaft traumhaft, sondern auch das Steuerklima.

ZVG

Man sollte an der Goldküste des Hallwilersees leben. Am besten zu den 2820 Einwohnern von Meisterschwanden gehören. Denn diese müssen ab kommendem Jahr noch weniger Steuern bezahlen: Die Gemeindeversammlung hat den Steuerfuss für 2017 von 71 auf 68 Prozent gesenkt.

«Es wird der Bevölkerung etwas vom Vermögen der Gemeinde zurückgegeben», erklärte der für Finanzen zuständige Gemeinderat Dieter Studer. Er stellte in Abrede, Meisterschwanden wolle sich am kantonalen Steuerwettbewerb beteiligen und die steuergünstigste Gemeinde Oberwil-Lieli (Steuerfuss konstant 60 Prozent) einholen.

Ein Abfallsack-Geschenk

Aber Meisterschwanden will für seine Bevölkerung attraktiv sein: Neben der Steuersenkung gabs unter dem Traktandum «Verschiedenes» an der Gemeindeversammlung noch ein überraschendes Geschenk: Im nächsten Jahr sinken auch die Abfallgebühren. So kosten zehn 35-Liter-Säcke künftig nur noch 14 statt 22 Franken. Ein durchschnittlicher Haushalt dürfte so um die 50 Franken pro Jahr einsparen.

Ein Blick auf die nachfolgenden Grafiken mit den Steuerfüssen der 58 Gemeinden des Gebietes Aarau, Lenzburg-Seetal sowie Wynen- und Suhrental zeigt, dass die Steuerbelastung neben Meisterschwanden auch in Seengen (80 Prozent) besonders tief ist. In der Nachbargemeinde Fahrwangen beträgt der Steuerfuss dagegen 118 Prozent.

Wichtig: Die meisten Steuerfüsse für das Jahr 2017 sind noch nicht von den Gemeindeversammlungen abgesegnet. Das gilt insbesondere auch für zwei der drei beantragten Erhöhungen: Muhen und Suhr (Menziken hat am Mittwoch zugestimmt). Neben Meisterschwanden will auch noch Egliswil den Steuerfuss senken (von 115 auf 110 Prozent). In allen anderen 53 Gemeinden der Region soll die Steuerbelastung im kommenden Jahr gleich bleiben.

Unterschiede gehen ins Geld

Doch wie wirken sich die unterschiedlichen Steuerfüsse aus? Ganz erheblich, wie das Beispiel, dass die az mithilfe des Steuerrechners der Kantonalen Steuerverwaltung durchgerechnet hat.

Die Beispiel-Familie müsste im Steuerparadies Meisterschwanden gut 2000 Franken weniger Gemeindesteuern bezahlen als in der Steuerhölle Uerkheim. Letztere hat einen Steuerfuss von 125 Prozent. 120 und mehr haben 9 der 58 Gemeinden. Die meisten liegen im eher ländlichen Raum (Ausnahmen: Hendschiken und Niederlenz).

In der Tabelle wird das Beispiel einer Familie abgebildet. Die Eltern sind verheiratet und haben zwei Kinder. Ihr gemeinsames Bruttoeinkommen beläuft sich auf 9000 Franken pro Monat (er 6500 Franken, sie 2500 Franken).

Das steuerbare Einkommen beläuft sich auf 80 000 Franken. Das Ehepaar hat kein steuerbares Vermögen (also weniger als 224 000 Franken auf der hohen Kante). Es zahlt im Rechenbeispiel weder Feuerwehr- noch Kirchensteuern.

Würde diese Familie in Muhen wohnen, müsste sie wegen der beantragten Steuerfusserhöhung um 5 Prozent im kommenden Jahr 169 Franken mehr bezahlen. In Meisterschwanden würde sie spürbar entlastet – müsste aber möglicherweise einen höheren Mietzins berappen.