Die Opposition kam vor allem von Hauseigentümern im Aarauer Scheibenschachen. Sie reichten im Rahmen der öffentlichen Auflage für die Neukonzessionierung des Kraftwerks Rüchlig im Dezember 2010 mehrere Beschwerden gegen das Projekt ein.

Der Hauptkritikpunkt betraf dabei die geplante Talwasserrinne im bestehenden Aarekanal. Beim Ausgraben des Flussbetts, so befürchten die Anwohner, könnte dieses beschädigt werden und das Flusswasser ungehindert in das Grundwasser einfliessen. Im Projektbeschrieb wurde denn auch mit einem temporären Anstieg des Grundwasserspiegels gerechnet.

Anpassungen zum Projekt

Die Axpo hat mit verschiedenen Einsprechern Gespräche geführt und jetzt auf die Bedenken der Anwohner reagiert. Zum ursprünglichen Projekt sind verschiedene Ergänzungen eingereicht worden. Wie Axpo-Mediensprecher Erwin Schärer auf Anfrage erklärte, betreffen diese Ergänzungen vor allem den Grundwasserschutz. Um einen Anstieg des Grundwasserspiegels zu verhindern, soll im Oberwasserkanal entlang der linken Uferböschung eine Dichtwand erstellt werden. Diese rund 400 Meter lange Dichtwand soll 20 Meter hoch werden und direkt auf den Fels unter dem Flussbett verankert werden. Diese Massnahme soll laut Axpo die Auswirkungen beim Ausbaggern des Oberwasserkanals minimieren.

Gegenüber dem im Dezember aufgelegten Projekt ebenfalls verbessert werden sollen die Bedingungen für die Fische. Ursprünglich war nur eine so genannte Fischtreppe geplant. Neu soll nun beim Dotierkraftwerk auch ein Fischabstieg gebaut werden, damit die Fische das Kraftwerk auch flussabwärts gut passieren können.

Die Projektanpassungen liegen vom 29. März bis 28. April in den Gemeindekanzleien Aarau und Küttigen sowie bei der Abteilung Landschaft und Gewässer im Departement Bau, Verkehr und Umwelt öffentlich auf.

Inbetriebnahme für 2015 geplant

Geplant ist von der Axpo, mit dem Bau des neuen Kraftwerks Rüchlig noch in diesem Jahr beginnen zu können. Ans Netz gehen könnte es nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit dann im Laufe von 2015.

Ein erstes Neubauprojekt hatte die Axpo bereits 2006 eingereicht, im Nachgang zum verheerenden Hochwasser vom August 2007 im Frühling 2009 jedoch in verschiedenen Punkten den aktuellsten Erkenntnissen angepasst. Verbessert wurde dabei insbesondere die maximale Abflussmenge. Diese lag ursprünglich bei 1300m3 pro Sekunde. Nachdem das Hochwasser von 2007 gezeigt hatte, dass das nicht reicht, wurde die Abflussmenge auf maximal 1700 m3 pro Sekunde erhöht.

2010 erfolgte eine weitere Überarbeitung des Projekts, welches sich im Laufe der Detailplanung als sowohl technisch wie baulich sehr aufwändig und damit auch als zu teuer erwiesen hatte. Das überarbeitete Projekt, welches jetzt zur Ausführung kommen soll, basiert in einem wesentlich höheren Umfang auf der alten Bausubstanz, was das Bauvolumen und damit auch die Kosten deutlich senkt.