Suhr
Autofahrer warten fünf Minuten vor der Barriere – einige bleiben stecken

Beim Bahnübergang in Suhr neben dem Möbel Pfister verhalten sich Autofahrer wegen fünf Minuten Wartezeit ungeduldig und geraten dadurch in Gefahr. In den letzten drei Wochen ist viermal ein Autolenker zwischen den Bahnschranken stecken geblieben.

Josua Bieler
Drucken
Teilen
Die Autolenker beim Bahnübergang auf der Bernstrasse Ost in Suhr müssen sich lange gedulden, bis die Barriere hoch geht.

Die Autolenker beim Bahnübergang auf der Bernstrasse Ost in Suhr müssen sich lange gedulden, bis die Barriere hoch geht.

Josua Bieler

Um 11 Uhr morgens rollt der Verkehr an der Bernstrasse Ost in Suhr – bis sich die Barriere beim Möbel-Pfister-Gebäude senkt. Dann vergehen drei lange Minuten. Die Lastwagen und Autos stehen still und ein Zug ist nicht in Sicht.

Dann beginnt das Geleise zu surren und eine einzelne Lokomotive rauscht vorbei. Wieder vergeht eine Minute, die Autoschlange wird länger und länger. Ein LKW-Fahrer beginnt zu telefonieren, ein anderer öffnet das Fenster und zündet eine Zigarette an. Ein SBB-Zug kommt angefahren und erst nach fünf Minuten gehen die Barrieren wieder hoch.

Autolenker, die den Bahnübergang regelmässig überqueren, wissen, dass hier ihre Geduld auf die Probe gestellt wird. Für einige ist dieser Zeitverlust scheinbar zu viel. So meldet die Kantonspolizei Aargau in einem Communiqué, dass in den letzten drei Wochen viermal ein Autolenker zwischen den Bahnschranken stecken blieb.

Zwischen Barriere eingeklemmt

Während die Autolenker in allen Fällen unversehrt blieben, wurde bei einem Vorfall anfangs April die Barriere beschädigt und funktionierte nicht mehr einwandfrei. Lange Staus waren die Folge und der Bahnverkehr wurde behindert. Der Vorfall ereignete sich um die Mittagszeit, wo der Verkehr auf der Strasse stockte. Der Autofahrer befand sich auf dem Bahnübergang, plötzlich senkte sich die Barriere.

Weil direkt vor und hinter ihm die Autos stillstanden, konnte er der Barriere nicht mehr ausweichen. Insassen hoben die Barriere dann von Hand an, um das Auto von der Gefahrenzone wegzubringen. Die Kantonspolizei Aargau mahnt deshalb, Bahnübergange nur zu befahren, wenn genügend Raum zum Aufschliessen vorhanden ist.

Dass sich solche Vorfälle ereignen, hat auch mit der Überlastung des Verkehrs während der Stosszeiten zu tun. Dann stehen die Autos auch still, wenn die Barriere oben ist. Täglich sind es 24 000 Fahrzeuge, die auf der Bernstrasse Ost Richtung Dorfzentrum Suhr oder nach Hunzenschwil unterwegs sind.

Kantonsstrassen werden erweitert

Beat Rüetschi, Gemeindeammann von Suhr, ist sich der problematischen Verkehrslage bewusst. «Während der Stosszeiten verkehren die SBB-Züge in beide Richtungen im 30-Minuten-Takt, vereinzelt fahren auf dieser Strecke auch noch Güterzüge.» Das führe zu langen Wartezeiten. Während er gegen die Barrieren nicht viel machen könne, wird sich die Verkehrslage auf den Kantonsstrassen verbessern.

Der Grosse Rat hat im Januar einer Erweiterung der Tramstrasse und der Bernstrasse Ost zugestimmt. Beim Rundhaus wird ein Kreisel gebaut und die beiden Kantonsstrassen werden dreispurig. Damit dürfte sich die Verkehrslage laut Rüetschi «leicht verbessern». Das Projekt wird zwischen 2016 und 2018 realisiert.

Aktuelle Nachrichten