Während im Frühling die via Autobahnzubringer von Osten kommenden noch mit Osterglocken begrüsst wurden, so gibt es momentan an der Stadtgrenze kein einziges schmückendes Element. Kein Kistchen mit Geranien, kein Willkommensschriftzug, keine auf irgend eine Art repräsentative Pforte.

An der Grenze zum Kanton Solothurn steht zwar eine grosse Aargau-Tafel, dafür hat man sich gleich das Ortsschild erspart.

Stünden an den Einfallstrassen nach Aarau nicht überall Ortsschilder, fiele es schwer zu sagen, wo die Vororte enden und die Stadt beginnt. Aarau verschmilzt an seinen Rändern mit Quartieren der Gemeinden von Suhr, Buchs und auch Rombach/Küttigen.

Dafür sind die Strassennamen meist richtungsweisend: Buchserstrasse, Erlinsbacherstrasse, Küttigerstrasse, Schönenwerderstrasse, Entfelderstrasse – die Strassen heissen, wie der Ort, wohin sie führen. Auf Nachbarboden wird daraus in Erlinsbach, Schönenwerd und Rupperswil die Aarauerstrasse.

Einfahrgefühl nur via Kettenbrücke

Am schönsten präsentiert sich Aarau jenen, die von Erlinsbach oder der Wöschnau her kommen: Die Silhouette der Altstadt ist sichtbar. Und schön fährt es sich auch aus dem Süden ein, weil die Wasserflue und der Homberg sich in der Ferne erheben.

Aber den roten Teppich rollt die Stadt nur auf der Kettenbrücke aus, wenn man schon auf Aarauer Boden ist. Das ist ein Einfahrtsgefühl! Die Stadt empfängt den Reisenden hier fast schon majestätisch. Aber nur bis er am Ufer ankommt und realisiert, dass er – zumindest als Autofahrer –abzweigen muss und um die Altstadt herum geführt wird.