Der Aarauer Autobahnzubringer T5 soll ins nationale Strassennetz aufgenommen werden. Das hat das Bundesamt für Strassen (Astra) am Mittwoch mitgeteilt. Wer sich nun freut, dass die Strecke zwischen Hunzenschwil und Aarau bald mit 120 km/h zurückgelegt werden kann anstatt mit 100, wird enttäuscht.

«Die Geschwindigkeit auf der T5 ist erst ein Thema, wenn die Strasse uns gehört», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Die Strasse gehört erst dann dem Bund, wenn das Parlament den Teilabschnitt ins nationale Strassennetz aufnimmt. Nationalstrasse heisse aber nicht gleich Autobahn, erklärt Rohrbach. «Es gibt auch kantonale Autobahnen, wie etwa die T5.»

Bei der Geschwindigkeitslimite komme es darauf an, wie die Strasse klassiert sei. Und dies sei abhängig von bautechnischen Faktoren wie der Breite oder Anzahl der Spuren oder ob es einen Pannenstreifen habe.

Mehr Nachtschichten für Arbeiter

Wahrscheinlich gebe es bereits heute einen Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h. «Deshalb ändert sich wohl für die Autofahrer auch in Zukunft nichts», folgert Rohrbach. Das stimmt aber nur für jene, die bereits im Besitz einer Autobahnvignette sind. Wenn die T5 eine nationale Autobahn wird, brauchen dort ab 2014 alle eine Vignette.

Thomas Leuzinger vom Werkhof Nationalstrassen Nordwestschweiz (NSNW), der als Leiter Betrieb Schafisheim auch für die T5 zuständig ist, sagt: «Für uns ändert sich nichts.» Denn das Eigentumsverhältnis betreffe den Werkhof nicht direkt.

Anders sehe es jedoch bei der Umfunktionierung des Pannenstreifens aus. «Wenn bei viel Verkehr nun auch der Standstreifen genutzt werden soll, kommt eine weitere Herausforderung auf uns zu.»

Denn die Aufgabe des Werkhofs, die Autobahn zu betreiben, sei zunehmend nur noch in verkehrsarmen Zeiten möglich. Die Arbeit am Strassenrand ist für die Werkhofarbeiter gefährlich, wenn die Autos Zentimeter neben ihnen vorbeifahren. «Wir kommen wohl nicht darum herum, mehr in der Nacht zu arbeiten.»

Geschwindigkeit vernachlässigbar

Heute fahren täglich etwa 40 000 Autofahrer von Hunzenschwil über den Autobahnzubringer T5 nach Aarau und zurück (letzte Messung 2009 bei Buchs: 37 037; Tendenz steigend). Wenn die Autofahrer bereits eine Vignette besitzen, ändert sich auch ab 2014 nichts. Da scheint es egal, dass eine Geschwindigkeitserhöhung auf 120 km/h ausbleibt - es liessen sich sowieso nur 28 Sekunden sparen.