Ein spektakuläres Schauspiel bot sich am Mittwoch in der Aarauer Telli. Kurz nach 8 Uhr schossen an der Weihermattstrasse Unmengen an Wasser gut 15 Meter in die Höhe.

Laut Kantonspolizei war dies die Folge eines Verkehrsunfalls. Ein 28-jähriger Schweizer manövrierte zuvor mit einem Kleinbus auf dem Platz vor der AFM Stadtgarage. Unglücklich fuhr dieser in den Hydranten und riss diesen aus. Ein Rohrbruch unterhalb des Sicherheitsventils des Hydranten und eine hohe Wasserfontäne waren die grossen Folgen des kleinen Verkehrsunfalls.

Unter dem hohen Wasserdruck schoss der Hydrant mitsamt des Fussteils (Hauptventil; siehe Box) in die Luft.

«Ich hörte einen lauten Knall», sagt Sascha Leardi von der Stadtgarage, «es schepperte, als sei etwas vom Dach gefallen.» Der Serviceleiter sass während des Unfalls in seinem Büro.

Als er die Fontäne sah, rannte er sofort hinaus, um die Kundenautos in Sicherheit zu bringen. «Es regnete Steine», berichtet Leardi - mehr als faustgross seien diese gewesen. Schäden an Fahrzeugen oder Gebäude gab es keine. Auch verletzt wurde niemand.

350'000 Liter Wasser

Wegen des hohen Wasserdrucks von 9 bar schossen in der kurzen Zeit rund 350000 Liter Wasser aus dem Rohr in die Höhe, wie IBA-Mediensprecher Roland Dätwyler mitteilt. Ganze Bäche flossen über die Quartierstrassen. Mit dieser Wassermenge hätte fast halb Aarau (rund 9000 Menschen) duschen können. «Es besteht deswegen aber kein Problem für die Wasserversorgung», versichert Dätwyler.

15 Minuten nach dem Unfall war der Pikett-Dienst der IBAarau vor Ort und setzte dem Spektakel ein Ende; nicht ohne zuvor ein Erinnerungsvideo zu machen. «Natürlich musste ich das rasch filmen», sagt Beat Suter von der IBAarau schmunzelnd.

Solche Fontänen seien eher selten, da meist die Verbindung zum Hauptventil breche (siehe Box) und kein Wasser mehr entweiche. Danach wurden aber sofort die zuführenden Leitungen an drei weiteren Hydranten geschlossen. Die angrenzenden Liegenschaften hatten deshalb am Vormittag kein Wasser.

Kostenpunkt rund 12000 Franken

Bereits um ca. 12 Uhr waren die Bau- und Reparaturarbeiten fast abgeschlossen und aus den Hähnen an der Weihermattstrasse floss wieder Wasser. Das gebrochene Rohr sowie der Hydrant wurden ersetzt. Roland Dätwyler schätzt den Schaden auf rund 12'000 Franken. Diese werden zu Lasten des Verursachers respektive dessen Haftpflichtversicherung gehen.

Der Pikett-Dienst der IBAarau repariert den beschädigten Hydranten in der Aarauer Telli.

Der Pikett-Dienst der IBAarau repariert den beschädigten Hydranten in der Aarauer Telli.

Der 28-jährige Unfallverursacher muss mit einer Anzeige wegen mangelnder Aufmerksamkeit im Verkehr rechnen, sagt Bernhard Graser von der Kantonspolizei; sowie wegen pflichtwidrigen Verhaltens: Er hatte den Unfallort zwischenzeitlich verlassen, um einen Arbeitskollegen auf eine Baustelle zu fahren. Er meldete sich aber danach bei der Polizei.

Wasserfontäne im Aarauer Telli

Wasserfontäne im Aarauer Telli