Schönenwerd
Ausstellung im Paul Gugelmann-Museum: «Meine Maschinen sind noch unnützer»

Paul Gugelmann hat am Montag, 18. Mai, seinen 85. Geburtstag gefeiert. Sein Museum in Schönenwerd zeigt Werke, welche die britischen Künstler Spooner und Hazell speziell für diese Sonderausstellung geschaffen haben.

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Ein Boy aus Blech mit eigenem Leben, von Andy Hazell geschaffen.

Ein Boy aus Blech mit eigenem Leben, von Andy Hazell geschaffen.

zvg

«Ausser all den Autos, Uhren und anderen Maschinen, die unser Leben effizient und komfortabel gestalten, gibt es ziemlich viele Maschinen, die keinen praktischen Nutzen besitzen», sagt Paul Spooner. «Meine Maschinen sind noch unnützer: Ich mache nach Lust und Laune Maschinen zu Themen, die ich komisch oder absurd finde, in der Hoffnung, dass andere Menschen genau das Gleiche fühlen.» Es sei das Beste für mich, wenn er mit einer Idee starte, die ihm als wundervoll komisch erscheine, in der Hoffnung, dass eine Spur dieser Idee den Herstellungsprozess überlebe.

Paul Spooner wurde 1948 in Preston, England geboren. Er absolvierte ein Kunst- und Design-Studium mit Spezialisierung auf mechanische Skulpturen. 1981 stellte er erste Automaten her. Seine Werke sind unter anderem zu sehen in den Wissenschafts-Museen von London, San Francisco, Baltimore, Dortmund, Wolfsburg und Warschau, im Eden Project in St. Austell, im Kindheits-Museum (Museum of Childhood) in London sowie auf der Cabaret Mechanical Ausstellungs-Tour (zur Zeit in Amerika und Südkorea).

Andy Hazell meint zu seinen kleinformatigen Werken: «Ich geniesse es zu erschaffen. Ich sitze am Tisch, Radiomusik schwillt in das Zimmer, während ich mit ein paar Werkzeugen Blechstückchen falte, biege, hämmere und schweisse. Die Zeit vergeht mit Tee und Biskuits. Plötzlich habe ich eine Person mit einem eigenen Leben erschaffen. Dann frage ich mich, ob meine Figuren einen Wohnwagen besitzen oder Mitglieder in einem Buchklub sind oder einen Hund haben. Dabei hoffe ich, meine Arbeiten machen die Welt ein weniger interessanter.»

Andy Hazell, 1959 in Altrincham, Chesshire, geboren, entdeckte in den achtziger Jahren das Dosenblech, experimentierte mit mechanischen Skulpturen und wurde unter anderem zum Automatenbauer, der bewegte Blech-Figuren, Spendenboxen für Museen und Einrichtungen für Film und Fernsehen herstellt.

Der Künstler war an über 40 Ausstellungen mit seinen Werken vertreten. Er baut auch überdimensionale Skulpturen für den öffentlichen Raum. Die grossformatigen Werke sind unter anderem zu sehen in Liverpool, Hull, Cardiff, Newport, London, Manchester und Brüssel. (az)

Ausstellung: Gugelmann-Museum, Schmiedengasse, Schönenwerd, 31. Mai bis 6. Juli, Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen können vereinbart werden. Vernissage in der Shedhalle an der Schulstrasse 1 am Freitag, 30. Mai,18.30 Uhr. www.gugelmann-museum.ch.