Der geplante Ausbau der Tramstrasse und der Buchserstrasse samt Neubau eines Kreisels «Bavaria» verzögert sich weiter. Eigentlich hätte das Kantonsstrassenprojekt im Herbst 2019 öffentlich aufgelegt und der Kredit Ende Jahr im Grossen Rat beschlossen werden sollen.

Durch die gleichzeitige Durchführung des Bewilligungs- und Kreditgenehmigungsverfahrens erhoffte sich der Kanton einen Zeitgewinn. Baustart? «Frühestens Ende 2020», sagte Projektleiter Markus Kissling vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt im vergangenen Dezember.

Doch nun ist alles anders. Das Strassenbauprojekt hat mindestens ein- bis eineinhalb Jahre Verspätung. «Aufgrund unterschiedlicher Erwartungshaltungen haben wir uns mit der bisher planenden Ingenieurgemeinschaft darauf geeinigt, die Zusammenarbeit zu beenden», so Kissling.

Die weiteren Planungsarbeiten würden nun öffentlich ausgeschrieben, was einige Zeit in Anspruch nehme. Aktuell sei die öffentliche Anhörung im Rahmen des Kreditgenehmigungsverfahrens für das erste Halbjahr 2020 vorgesehen. Der Grosse Rat wird dann Ende 2020 über den Kredit entscheiden. Das Baugesuch wird im 2. Halbjahr 2020 öffentlich aufgelegt. «Im 2021 soll der Landerwerb stattfinden, sodass voraussichtlich 2022 mit den Bauarbeiten beim ersten Projekt begonnen werden kann.»

Die Verzögerung habe auch Vorteile, sagt Projektleiter

Markus Kissling betont, dass die Verzögerung auch Vorteile habe: «Wir können die Zeit nutzen – zum Beispiel, um die Projekte an die neuen Vorgaben bezüglich Bushaltekanten aus dem Behindertengleichstellungsgesetz anzupassen. Auch können wir erste Erkenntnisse aus dem kommunalen Gesamtplan Verkehr der Gemeinde Suhr berücksichtigen.»

Der Bauperimeter ist in vier Abschnitte eingeteilt, die separate Auflageprojekte bilden. Das hat im Falle von Einsprachen den Vorteil, dass die nicht betroffenen Abschnitte schon realisiert werden können, während das Verfahren in anderen noch läuft. «Idealerweise können wir zuerst den Umbau der Buchserstrasse durchführen, wo der Nutzen am grössten ist», sagte Projektleiter Kissling im Dezember 2018 zur AZ.

Der Kanton rechnet mit Gesamtkosten von etwa 29 Mio. Franken für das Strassenbauprojekt. Betroffen und zahlungspflichtig – sind neben dem Kanton auch die Gemeinden Buchs und Suhr sowie die Stadt Aarau. Konkret sieht das Projekt so aus: Zwischen Gais-Kreisel und Bavaria entsteht ein Boulevard mit Mehrzweckstreifen in der Mitte (ähnlich wie bei der Aarauer Bahnhofstrasse). Stadteinwärts gibts ein überbreites Trottoir.

Der Knoten Bavaria wird zu einem Kreisel. Die Tramstrasse erhält zwischen Bavaria und Einmündung Bühlstrasse eine Busspur stadteinwärts. Neue Ampeln und Linksabbiegespuren verbessern die Einfahrt von der Tramstrasse in die Südallee (Zufahrt Spital) und die Ausfahrt aus dieser. Ab der Bühlstrasse entsteht in Richtung Suhr eine rund 300 Meter lange Spezial-Busspur, die in der Mitte der beiden Fahrbahnen liegt und vom Bus in beide Richtungen befahren werden kann.

«Es ist ärgerlich und überrascht nicht»

Gar nicht begeistert über die Verspätung ist man in Buchs. «Es ist ärgerlich und überrascht nicht, da aus Sicht der Gemeinde die Projektkoordination des Kantons bei diesem Strassenprojekt schlecht, beziehungsweise zumindest nicht im Interesse der Gemeinde ist», sagt Gemeindeammann Urs Affolter.

Die Gemeinde Buchs hatte nämlich gegen das Teilfahrverbot Gönhard Aarau, das Anfang Jahr umgesetzt wurde, Einsprache erhoben. Man fürchtete noch mehr Verkehr im Dorf. Diese Einsprache hat der Buchser Gemeinderat zurückgezogen, weil der Kanton die baldige Umsetzung der Tramstrasse-Sanierung in Aussicht gestellt hatte.

Da es nun noch länger nicht so weit ist und da der Schleichverkehr in Buchs zunehmend problematisch ist, will die Gemeinde nun ihr eigenes Teilfahrverbot im Gebiet Oberes Torfeld – Oberdorf – Steinfeld – Marchstrasse. Das Konzept steht und muss noch mit der angrenzenden Gemeinde Suhr angeschaut werden, danach wird die Signalisation publiziert und umgesetzt.