Asp/Herznach
Aus der Ski-Hütte wurde ein Coiffeursalon

Noch vor zwei Monaten wärmte man sich in der orangen Baracke nach dem Skifahren auf und trank «Kafi Feusi». Ab heute riecht es in der ehemaligen Skihütte nicht mehr nach Raclette, sondern nach Shampoo und Haarspray.

Sabine Kuster
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Michaela Wildhaber schneidet nun ihren Kunden die Haare in der Skihütte – vor dem Gemeindehaus in Herznach. Fotos: Emanuel Freudiger

Michaela Wildhaber schneidet nun ihren Kunden die Haare in der Skihütte – vor dem Gemeindehaus in Herznach. Fotos: Emanuel Freudiger

Die Asper Skihütte ist nun ein Coiffeursalon in Herznach. Das kam so: Im Januar erfuhr die Coiffeuse Michaela Wildhaber, dass sie im April für ein halbes Jahr aus ihrem Salon ausziehen müsse, weil der Gebäudebesitzer die Liegenschaft renovieren wolle. Bis anhin hatte es geheissen, sie müsse trotz der Bauarbeiten nicht ausziehen – nun drängte die Zeit plötzlich. Wo sollte die Coiffeuse auf die Schnelle in Herznach einen neuen Salon einrichten können?

Sie musste selbst suchen, und in ihrer Not fiel ihr die Skihütte in Asp ein, welche ihrem Onkel gehört. Noch war sie in Betrieb, aber im Frühling würde sie leer stehen. Der Onkel war einverstanden, nun galt es, einen Standort zu finden. Michaela Wildhaber – übrigens Tochter der «Jura»-Wirtin – klopfte bei der Gemeinde Herznach an und bat um Rat. Auf der Gemeindeverwaltung schlug man ihr schnell und unkompliziert vor, den Coiffeursalon gleich neben dem Gemeindehaus aufzustellen.

Wasser aus der Militärküche

Gegen das Baugesuch hatte niemand etwas einzuwenden, und so zügelte die Coiffeuse die Skihütte vergangenes Wochenende mit Kollegen von Asp nach Herznach. Gestern wurden Strom und Wasser installiert – die Anschlüsse befinden sich in der Militärküche im Keller des Gemeindehauses.

In der Baracke erinnern nur noch der Ofen und die beiden Sponsorentafeln für den Skilift daran, dass hier nun statt verstrubbelten «Mützen-Frisuren» gestylte Köpfe entstehen. Es fehlt nichts: zwei Coiffeurstühle, ein Haarwaschbecken, eine Sitzecke und auf Gestellen die üblichen Flaschen, Dosen, Haartrockner und Frotteetücher. «Die Kundinnen finden die Zwischenlösung alle lustig», sagt Michaela Wildhaber.

Sie macht kurz vor der Eröffnung einen lockeren Eindruck. Die 27-Jährige ist seit fünfeinhalb Jahren selbstständige Coiffeuse. Ab September kann sie wieder an die Hauptstrasse 41 zurück. So ganz sang- und klanglos wollten die Asper ihre Skihütte aber doch nicht hergeben: Gestern montierten sie zu Wildhabers Belustigung ein Schild über der Tür: «Skihütte Asp».

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