Bald schon erinnert kein Bau mehr an das einst blühende Speditionsunternehmen Hangartner. In Aarau liegt das Abbruchgesuch für das Betriebsgebäude mit Lagerhalle an der Neumattstrasse in der Telli auf. Der Komplex hat noch die grüne Hangartner-Farbe, die auch ein Markenzeichen der Lastwagen und Wechselbehälter des Unternehmens war. Im nördlichsten Teil war die Unternehmensleitung untergebracht.

Nach der Jahrtausendwende war die Hangartner-Gruppe in neun europäischen Ländern aktiv. Sie hatte 350 Beschäftigte und 250 Vertragsfahrer. Das Unternehmen machte einen Umsatz von etwa 160 Millionen Franken und bezeichnete sich als Europas Marktführer im (unbegleiteten) Kombinierten Verkehr.

2002 verkaufte Kaspar Hangartner (heute 86) sein Unternehmen an den Gütertransportbereich der Deutschen Bahn (DB Cargo). 2010 verschwand der Name Hangartner. Er wurde ersetzt durch das Logo «DB Schenker». Im Raum Aarau ist das Unternehmen nur noch mit einer Mini-Filiale in Buchs (laut Internet 12 Angestellte) präsent.

Das Areal in der Telli gehört der Hanimob, einem Unternehmen von Kaspar Hangartner und seiner Tochter Kathrin. Die Hanimob will in zwei Etappen bauen: Zuerst soll es entlang der Neumattstrasse einen Gewerbekomplex mit Wohnungen geben, später bei der «Staumauer» (Neuenburgerstrasse) einen zickzackförmiger Wohntrakt.

Im Frühling lag ein Vorentscheidgesuch für den Gewerbekomplex auf. Ein eigentliches Baugesuch gab es noch nicht. Zurzeit geht es um den Abbruch des bestehenden, ab 1976 gebauten Komplexes. Der Rückbau wird gemäss Abbruchgesuch rund zwei Millionen Franken kosten. Im Gebäude sind jetzt noch diverse Gewerbebetriebe eingemietet.

Auf der Internetseite der Hanimob ist eine Visualisierung des Projektes «Hang-Aar» zu sehen. Der Baubeginn wird für den Frühling des kommenden Jahres 2017 in Aussicht gestellt. Bezugsbereit soll das Gebäude im Winter 2018 sein. Neben den 18 Maisonettewohnungen sind 15 000 Quadratmeter Gewerbeflächen und 250 Parkplätze (davon 180 in der Tiefgarage) geplant. Im Erdgeschoss soll es Verkaufflächen geben, in den Obergeschossen 1 bis 3 Büroflächen.