Aarau

Auf ein Theater hat man in Rohr gewartet

Sie freuen sich auf das Theater in der Auenhalle: Regisseur Albrecht Haldimann (rechts) und Abwart Hans Peter Zürcher. ANNIKA BÜTSCHI

Sie freuen sich auf das Theater in der Auenhalle: Regisseur Albrecht Haldimann (rechts) und Abwart Hans Peter Zürcher. ANNIKA BÜTSCHI

Rohr Eigentlich ist die Auenhalle für ortsansässige Vereine günstig: Öffentliche Kultur fand dort bisher kaum statt.

Unterbelegt ist die Auenhalle in Rohr nicht. Gerade an Wochenenden ist sie das ganze Jahr über gut ausgelastet. Weniger gefragt ist sie hingegen an Werktagen. Und zu wünschen übrig lässt auch die Durchmischung bei der Vermietung der ehemaligen Turnhalle. Für öffentlich zugängliche, kulturelle Veranstaltungen wird die Halle kaum gemietet. Beat Wittwer, Immobilienbewirtschafter der Stadt, sagt: «Die Auenhalle wird vor allem für Festivitäten gebucht. Für private Anlässe – etwa Geburtstage oder grosse Hochzeitsanlässe.»

Nun aber kommt die Aarauer Theatergruppe GaukeLaien und mietet die Mehrzweckhalle gleich für einen ganzen Monat: Vom 7. bis zum 24. November zeigt sie in Rohr elf Mal das Stück «Familiengeschäfte» des englischen Autors Alan Ayckbourn.

Hauswart Hanspeter Zürcher ist begeistert: «Genial. So eine Veranstaltung hatten wir in der Auenhalle noch nie.» Es freut ihn, dass in der Auenhalle einen Monat lang Theater gespielt wird. Erst nach dem Bau der Doppelturnhalle konnte die Auenhalle in Rohr schliesslich zu einer Mehrzweckhalle umfunktioniert werden: Eröffnet wurde sie 2009.

Günstige Mietbedingungen

Nicht nur der Abwart der Auenhalle freut sich über die «Rohrer Theatersaison». Laut Regisseur Albrecht Haldimann, der seit 1970 in Rohr wohnt, freue sich auch die Rohrer Bevölkerung.

Dass die Wahl der Theatermacher auf diesen Ort fiel, hat allerdings nicht nur mit der renovierten Halle zu tun. Anders als im grossen, professionell ausgestatteten und auch teuren Kultur- und Kongresshaus Aarau (KuK), sind die Mietbedingungen in der kleinen Auenhalle – GaukeLaien wollen pro Abend gut 130 Plätze verkaufen – für ortsansässige Vereine und politische Parteien günstig. Laut Benutzungs- und Gebührenreglement der Auenhalle gilt für Vereine mit Sitz in Aarau Tarif 1. Sie sind von einer Gebührenpflicht befreit, bezahlen aber eine Pauschale von 100 Franken pro Abend – sofern die Küche mitbenützt wird. GaukeLaien konnten für den November mit der Stadt eine Pauschale aushandeln, die für das Laientheater nach eigenen Aussagen «attraktiv» ist.

Zurückhaltung bei der Stadt

Immobilienbewirtschafter Wittwer bestätigt: «Es gelten immer noch die Preise, wie sie vor der Fusion von Aarau und Rohr festgelegt worden waren.» Die Stadt begrüsst die Durchmischung im Veranstaltungsplan in der Auenhalle. Braucht aber auch die übrigen Benützer. Nicht zuletzt weil beispielsweise private Veranstalter (nicht kommerzielle) Tarif 2 bezahlen. Bei Tarif 2 zahlt man für die Auenhalle bis zu 800 Franken pro Abend.

Neue Erfahrung mit Auenhalle

Die Theatergruppe GaukeLaien, die im November erstmals in der ehemaligen Turnhalle im Stadtteil Rohr auftreten werden, inszenierten ihre Stücke bereits in den unterschiedlichsten Lokalitäten in und um Aarau. «Wir spielten schon im KuK, in der Tuchlaube, im City-Parking, in einem alten Kino in Suhr oder auf der Strasse», sagt Regisseur Haldimann. «Die Auenhalle werden wir einen Monat lang mit einem Riesenbühnenbild in ein schönes Theater verwandeln.» Verantwortlich für das Bühnenbild ist Heinz Brehm, der beim Schweizer Fernsehen als Bühnenmeister arbeitet.

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