Gränichen
Auf dieser Strasse droht das Chaos

Für Kurt Märki sind der Ausbau der Lochgasse und die Verkehrsberuhigung ein Ärgernis. Fassungslos steht er an der Lochgasse und beobachtet die laufenden Bauarbeiten. Allerdings wird nur ausgeführt, was der Souverän 2009 beschlossen hat.

Marcel Siegrist
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Kurt Märki ist gar nicht erfreut über den «Ausbau» der Lochgasse. sim

Kurt Märki ist gar nicht erfreut über den «Ausbau» der Lochgasse. sim

«Die Gemeinde baut eine Erschliessung für ein Quartier und vergisst dabei den Schwerverkehr für Industrie und Busse, die auf den Rütihof fahren», sagt Kurt Märki kopfschüttelnd. «Wie hier mit Steuergeldern umgegangen wird, ist ein Ärgernis.»

Allerdings wird nur ausgeführt, was der Souverän an der Gemeindeversammlung am 30. November 2009 beschlossen hat: den Ausbau Lochgasse und Verkehrsberuhigungsmassnahmen Lochgasse und Rütihofstrasse. Dafür wurde ein Kredit von 1,315 Millionen Franken genehmigt. Dies allerdings nicht ohne «Zwischentöne».

Erst im zweiten Anlauf genehmigt

An der Gmeind am 13. Juni 2008 war das Geschäft mit dem damals beantragten Kredit von 1,9 Millio-nen Franken vom Souverän deutlich zurückgewiesen worden. Einig war man sich, dass im «Loch» etwas gemacht werden muss, das Projekt sei aber nicht durchdacht. «Wir brauchen kein überdimensioniertes Projekt», so der Anwohner Marco Stirnemann damals. Gleicher Meinung war Anwohner Dominik Vogel und stellte einen Rückweisungsantrag. Diesem wurde mit nur fünf Gegenstimmen entsprochen, das Projekt überarbeitet und im November 2009 mit reduzierten Kosten von den Stimmberechtigten genehmigt.

Verkehrsmassnahmen sind auch auf der wenig befahrenen Burghalde geplant. Allerdings wird hier die Strasse, bis zum Parkplatz auf der gemeindeeigenen Parzelle, auf komfortable 4,5 Meter ausgebaut. Dies mit der Begründung, dass diese Fahrbahn zum Kreuzen zu schmal sei. Weiter entsteht entlang der Rütihofstrasse vom Knoten Lochgasse/Lochweg bis zum Ende der Bauzone ein gelb markierter Fussgängerbereich von 1,5 Meter Breite. Auch hier werden einige Poller montiert. Ausserhalb der Bauzone ist das Kreuzen von zwei Fahrzeugen nicht möglich. Deshalb sind hier zwei Ausweichstellen vorgesehen.

Nun ist augenfällig, was damals beschlossen wurde und wie die Lochgasse, die zur Tempo-30-Zone wird, aussehen wird. Die Fahrbahn ist nur 3,5 Meter breit, der einseitige Gehweg weist eine Breite von 2 Metern auf, kann allerdings von Fahrzeugen befahren werden. «Aber 5,5 Meter reichen nicht aus, damit Lastwagen oder Cars kreuzen können», so Kurt Märki. Befahren werden kann der Gehweg nicht überall. Poller oder Grüninseln zwischen Fahrbahn und Gehweg verhindern das. «Beim Kreuzen von zwei Fahrzeugen bleibt kein Platz mehr für die Fussgänger – diese werden wohl in die Wiese oder in eine Hauseinfahrt flüchten», befürchtet Märki. «Die Lochgasse ist keine Quartier- sondern eine Durchfahrtsstrasse», steht für ihn fest. Die Verbindungsstrasse zum Rütihof, wo das Ausflugsrestaurant und der Waldseilgarten jährlich Tausende von Besuchern anlocken, verlange eine Strasse von mindestens 5,5 Meter Breite – und ein Trottoir. So wie bei der Chilemattstrasse, die 6 Meter breit ist und zusätzlich ein Trottoir aufweist. Die Lochgasse ist auch die Zufahrtsstrasse zur Schreinerei Märki AG. Die Firma bewältigt den gesamten Warenumschlag über die Lochgasse.

Trottoirführung auch ein Ärgernis

Ein Ärgernis für Kurt Märki ist auch die Führung des Trottoirs. Warum die Fussgänger die Lochgasse bei der Liegenschaft «Schaffner» überqueren müssen, kann er nicht verstehen. Viel besser wäre für ihn, man hätte das Trottoir bis auf die Höhe der Strasse zur Burghalde gezogen und dort, in der Nähe des Schulgeländes, die Strasse überquert. In diesem Bereich soll die Strasse zur Verkehrsberuhigung angehoben werden. Im Bereich Schulhaus sind zur Sensibilisierung der Fahrzeuglenker auf die Schüler Markierungen vorgesehen.

Im Einzugsgebiet der Lochgasse liegen rund 3,4 Hektaren Bauland. Die auf 3,5 Meter verengte Fahrbahn wird in den nächsten Jahren stärker belastet werden. Wie dieses verkehrsberuhigte «Strässlein» den Mehrverkehr verkraftet, wird sich zeigen. Für Kurt Märki ist klar: «Sollte das Projekt nicht geändert werden, entsteht ein katastrophales Chaos!»