Fast 140 Jahre nach der Gründung der SG Wiliberg – die Schützen von Hintermoos kamen erst später dazu – lebt der Verein mehr denn je. Das zeigte sich an der Fahnenweihe in der sehr gut gefüllten Mehrzweckhalle in Reitnau auf eindrückliche Art und Weise.

25 Fahnen- und sieben Standartendelegationen sowie die Mitglieder verschiedenster Vereine aus der näheren und weiteren Region und viel Prominenz standen Pate, als die dritte Vereinsfahne der Schützengesellschaft Wiliberg-Hintermoos SGWH eingeweiht wurde. Regierungsrätin Susanne Hochuli aus Reitnau hatte ein Heimspiel, als sie ans Mikrofon trat. In ihrer kurzweiligen Rede lobte sie die Arbeit der Schützen: «Mit ihrem Engagement im Verein tragen sie viel Wertvolles für unsere Gesellschaft bei.»

SV Ossingen als Fahnenpate

Otto Zimmermann trug nach 38 Amtsjahren als Fähnrich ein letztes Mal die 1945 gekaufte SG-Wiliberg-Fahne auf die Bühne. Später wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Unter den Klängen des Musikvereins Reitnau entrollten zwei Mitglieder des Schützenvereins Ossingen, aus dem Zürcher Weinland, die neue Fahne. Die Schützen aus Wiliberg-Hintermoos und Ossingen verbindet seit den 90er-Jahren eine treue Freundschaft, die mit der Übernahme der Fahnenpatenschaft der Zürcher weiter vertieft wurde.

«Die neue Fahne soll Ansporn und Zeichen für alle Mitglieder sein, dass es mit dem Verein schwungvoll weiter geht», sagte OK-Präsident Hans Bärtschi. Das rund 13 000 Franken teure Vereinssymbol aus der Werkstatt der Firma Heimgartner in Wil (SG) ist modern und in kräftigen Farben gehalten. «Erstmals steht auch Hintermoos auf der Fahne», ergänzte Bärtschi. Obwohl die «Mooser» Schützen bereits seit 1927 mit Wiliberg zusammen schiessen, wurde 1945 bei der Beschaffung der neuen Vereinsfahne der Antrag noch abgelehnt, Hintermoos auf der Fahne zu erwähnen. Erst 1954 wurde Hintermoos offiziell in den Vereinsnamen «Schützengesellschaft Wiliberg-Hintermoos» integriert. Eine Änderung der Beschriftung auf der Vereinsfahne wurde aber mehrfach abgelehnt.

Divisionär Jean-Marc Halter (Bözberg), Chef des Führungsstabs der Armee, zeigte sich in seiner Festansprache begeistert «vom Volksfest», aber auch von der Arbeit der SGWH und der andern Schützenvereine. «Das Schiesswesen wird auch nach der Verkleinerung der Armee ab 2017 einen grossen Stellenwert haben.»