Densbüren
Auf dem Herbstmarkt geisterte auch das Herdweiblein umher

Dank dem Juraparkfest war der traditionelle Herbstmarkt rund doppelt so gross und hat Besucher von weither angezogen. Vor allem das kulturelle Angebot wurde stark ausgebaut und das Thema «Sagen» zog sich über den gesamten Markt hin.

Sibylle Haltiner
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Marktfreuden bei prächtigem Herbstwetter: Verweilen, plaudern, schmökern, kaufen.

Marktfreuden bei prächtigem Herbstwetter: Verweilen, plaudern, schmökern, kaufen.

Sibylle Haltiner

Wer am Samstag vom Deisperer Herbstmarkt nach Hause ging, hatte meist schwere Taschen in den Händen. Das Marktangebot war so gluschtig und vielfältig, dass kaum jemand widerstehen konnte. Süsses und salziges Gebäck, gestrickte Schals in allen Farben, Kerzen, Seifen, Körbe, frisches Obst, aber auch gebranntes.

Und heuer war der Herbstmarkt, der zum 22. Mal stattfand, rund doppelt so gross wie gewohnt, denn das Juraparkfest war zu Gast. Dies bedeutete, dass aus der gesamten Jurapark-Region Standbetreiber ihre Produkte anboten, aber auch der Besucheraufmarsch grösser war als gewohnt.

Thema «Sagen» omnipräsent

Einer, der auf Einladung des Juraparks am Herbstmarkt einen Stand aufgestellt hatte, war Heinz Mangold aus Wegenstetten. Der Korbflechter hatte verschiedene Körbe und Kratten mitgebracht und musste das kurze Interview mehrmals unterbrechen, um Kunden zu bedienen, so sehr war sein Geflochtenes nachgefragt.

«Ich habe bereits am Morgen viel verkauft», erklärte er. «Da ich pensioniert bin, kann ich die Produkte zu einem moderaten Preis anbieten.» Mangold stand nicht nur hinter dem Markttisch und wartete auf Kundschaft, in der freien Zeit flocht er neue Körbe und Kugeln.

Jedes Jahr am Herbstmarkt dabei ist hingegen Cornelia Meyer aus Densbüren. Sie hatte Haushaltsgeräte und Kinderspielsachen im Angebot. Sohn Christian, ein Schwinger, verkaufte bereits zum fünften Mal selbst gebackene Muffins. «Der Markt ist sonst klein und gemütlich», meinte Cornelia Meyer. «Heute hat es mehr Leute als sonst, wohl auch wegen des schönen Wetters. Ich habe bisher gut verkauft, vor allem Spielzeug.»

Cornelia Meyer ist am Markt stets dabei.

Cornelia Meyer ist am Markt stets dabei.

Sibylle Haltiner

Zum ersten Mal war das Juraparkfest, das jedes Jahr in einer anderen Jurapark-Gemeinde stattfindet, im Densbürer Herbstmarkt integriert. «Das ist eine Bereicherung», sagte Barbara Krattiger, Mitglied des Herbstmarkt-Organisationskomitees. «In den vergangenen Jahren hatten wir rund 60 Stände und Beizen, heuer sind es doppelt so viele.»

Vor allem das kulturelle Angebot wurde auf Initiative des Juraparks stark ausgebaut und das Thema «Sagen» zog sich über den gesamten Markt hin: Auf Plakaten konnten die Besucher vom Herdweiblein oder dem Schlössliherrn von der Urgiz lesen, Schüler hatten einen Sagen-Kurzfilm gedreht und sogar die Orgel in der Kirche erzählte Geschichten.

Markt ist auch Klassentreffen

Die Besucher waren begeistert vom Herbstmarkt. «Hier gibt es schöne Stände, keinen Ramsch», meinte ein Densbürer, der mit seinen Grosskindern den Markt besuchte. Mit einer Velotour verband Susanne Wartmann aus Aarau den Marktbesuch. «Wir sind wegen der feinen Produkte gekommen, aber auch die Tiere haben mir gefallen und wir konnten ein Sackmesser schleifen lassen», berichtete sie.

Für Patricia Belloli, die in Densbüren aufgewachsen ist und heute in Bözberg wohnt, hat der Herbstmarkt noch eine andere Komponente: «Man sieht alte Kollegen aus der Schulzeit wieder, der Markt ist so etwas wie ein Klassentreffen.»

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