Die Zwillinge Cyril und Joel Kunz sitzen auf den Stühlen ab, auf denen sonst die besten Tennisspieler der Welt Platz nehmen und die Fragen der Presse beantworten. Beide strahlen sie wenige Tage vor ihrem 12. Geburtstag über das ganze Gesicht und schauen – von den Eindrücken überwältigt – im Raum umher.

Die Auensteiner sind in dieser Woche zum ersten Mal Ballboys am Swiss-Indoors-Tennisturnier in Basel. Sie dürfen Topstars wie Roger Federer, Stan Wawrinka oder Rafael Nadal die Bälle zuwerfen oder das Handtuch reichen. «Es macht Mega-Spass!», sagt Cyril.

Besonders nervös werden die beiden, wenn sie für Roger Federer vor über 9000 Zuschauern und Millionen von TV-Zuschauern im Einsatz stehen. «Er ist unser Lieblingsspieler», schwärmt Joel, und Cyril erzählt sogleich von den mehrmaligen Treffen mit dem Weltstar: «Wenn Roger hier im Stadion ankommt, öffnet er immer die Tür unseres Aufenthaltsraums, sagt Hallo und fragt, wie es uns geht.»

120 Bewerbungen für 55 Plätze

Doch wie sind die beiden Aargauer Buben überhaupt zu dieser unvergesslichen Woche mit vielen Erlebnissen gekommen? «Ein Freund von uns war vor ein paar Jahren auch Ballboy und hat uns erzählt, wie toll es war. Dann haben wir uns dort auch gemeldet», erzählt Cyril. Und prompt wurden sie zu einem Treffen eingeladen.

Innert nur drei Wochen flatterten rund 120 Bewerbungen bei den Verantwortlichen der Swiss Indoors Basel ein, 55 Kinder im Alter zwischen 11 und 16 Jahren erreichten das Turnier.

Das Auswahlverfahren ist streng. 15 Kriterien müssen die angehenden Ballkinder bei Tests erfüllen. Koordination, Geschicklichkeit, Auffassungsgabe, Tennisverständnis und Teamspirit werden unter anderem geprüft.

Cyril und Joel haben all die Hürden bravourös übersprungen. Nicht zuletzt, weil sie selber sportbegeistert sind und Tennis spielen. Sie sind bereits «fast R5» klassiert, wie sie stolz sagen.

Wer weiss, ob sie bald wieder auf den Stühlen im Pressezentrum Platz nehmen dürfen – vielleicht als Swiss-Indoors-Champions 2025? Klar ist: Das Tennisfieber hat die beiden Buben jetzt so richtig gepackt.