Seit Ende Januar ist die Verbindungsstrasse zwischen Auenstein und Rupperswil für den motorisierten Verkehr gesperrt. Sie führt normalerweise von der Auensteiner Badi über die beiden Aare-Brücken und die Steinerkanal-Brücke bis zur Aarauerstrasse in Rupperswil. Der Steinerkanal ist ein Seitenarm der Aare. Seine Querung, eine 20 Meter lange Brücke muss ersetzt werden. Zudem wird der Belag der Auensteinerstrasse (Rupperswil) saniert. Dafür ist eine Vollsperrung bis Ende Mai 2017 geplant. Das sei «infolge der engen Platzverhältnisse aus Sicherheitsgründen zwingend», hatte der Kanton als Bauherr mitgeteilt. «Einerseits können die Arbeiten in kürzerer Zeit mit einer hohen Qualität ausgeführt werden, andererseits entsteht so eine kürzere Behinderungszeit.»

Doch nun laufen die Auensteiner Sturm. «Mehrfachst» hätten die Leute beim Gemeinderat wegen der Vollsperrung reklamiert, sagt Gemeindeschreiber Jürg Lanz. Teils seien sie «sehr ungehalten» gewesen. Doch die Gemeinde sei gar nicht zuständig. Man habe sich nun an den Kanton gewandt: «Wir verlangen dringend, dass die Strecke auch während der Bauzeit befahrbar bleibt. Ob man dazu eine Spur offen lässt und den Verkehr mit einer Ampel lenkt, oder ob sogar eine Hilfsbrücke aufgestellt wird, ist uns mittlerweile egal – Hauptsache, es passiert schnell etwas.»

Man könnte meinen, die Sperrung der teils einspurigen Verbindung zwischen zwei Dörfern sollte nicht zu Proteststürmen führen. Doch selbst der Gemeindeschreiber ist der Ansicht, man habe die Bedeutung der Verbindungsstrasse unterschätzt. «Die Leute fahren nach Rupperswil zum Arbeiten, an den Bahnhof oder bringen ihre Kinder in die Krippe. Jetzt müssen sie einen Umweg via Wildegg machen – zur dümmsten Zeit.» Denn dort herrsche oft Stau.

Kommt hinzu, dass die Verbindung auch von Leuten aus dem Schenkenbergertal genutzt wird, die zwar bereits bei Wildegg über die Aare nach Lenzburg, ins Seetal oder auf den Zubringer nach Aarau fahren könnten, aber mit dem Schleichweg via Auenstein die grossen Verkehrsknotenpunkte umfahren wollen. Auch ihnen bleibt nun nicht viel anderes übrig, als der Umleitung via Wildegg zu folgen.

Die inoffizielle, aber legale Ausweichvariante über den Berg via Biberstein nach Aarau eignet sich nur bedingt; diese Strasse ist schmal, unübersichtlich und für Lastwagen sowieso gesperrt. Einige haben einen weiteren Schleichweg gefunden: Er führt durchs Rupperswiler Quartier Martiloo, der Steinerkanal wird über eine Holzbrücke gequert. Doch dort herrscht im Moment eigentlich Fahrverbot.