Auenstein
Auenstein und Auenstein: Mit Velo und Besenwagen am Arlberg

Die Partnergemeinden Auenstein Aargau und Auenstein Württemberg veranstalten eine jährliche Radtour, die seit 2004 von den beiden Gemeinden abwechselnd geplant und durchgeführt wird. Dieses Jahr ging es in den Vorarlberg.

Gudrun Elke Conrad
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Die Auensteiner Velofahrer auf der Silvretta-Bielerhöhe

Die Auensteiner Velofahrer auf der Silvretta-Bielerhöhe

Die Gemeindepartnerschaft von Auenstein Aargau und Auenstein Württemberg entstand durch Zufall nach einem Betriebsausflug. 2004 fand die erste Tour der «Radklassik Auenstein» statt. Seither wird von den beiden Auenstein jährlich abwechselnd eine Radtour geplant und ausgeführt. Dieses Jahr ging es in den Vorarlberg.

Die Silvrettahochalpenstrasse und der Arlbergpass standen auf dem Programm. Das graue Band der Silvrettahochalpenstrasse zieht in langen Rampen die Bergflanke empor. Die Sonne brennt auf den Asphalt und heizt ihn auf. Die Luft steht still.

Für Marco Gloor, Auenstein AG, ist es die zweite Tour, die er mitfährt. Marco ist mit 15 Jahren der Jüngste.

Alle etwa gleich stark

Werner Conrad aus dem deutschen Pendant ist seit der ersten Tour dabei. «Es fährt kein Profi mit, und die Mitglieder der Gruppe sind in etwa gleich stark», stellt er fest. Die sonst übliche Plauschgruppe wandert lieber. Für alle Fälle fahren zwei Besenwagen mit. Einer wird von Hans Joho aus dem Aargauer Auenstein gelenkt.

Mit im Gepäck und heiss begehrt: zwei grosse Schachteln Biberli. Locker tritt Werner in die Pedale. In seinem Windschatten fährt Marco. Sie haben ein gutes Drittel der Strecke zur Bieler Höhe zurückgelegt und noch gut Zeit.

Zeit hat Hans Joho im Besenwagen auch. Er fängt an über die Gründung der Partnerschaft Auenstein.ch/Auenstein.de zu reden: «Viele Auensteiner arbeiteten damals, vor mehr als 50 Jahren, in der Cementi in Wildegg. Ein Betriebsausflug führte nach Heilbronn in Württemberg. Bei der Rückfahrt entdeckte die Belegschaft das Ortschild ‹Auenstein›.» Die Aufregung und der Gwunder seien gross gewesen, sagt Hans. So gross, dass sich Ferdinand Richner, damals Direktor der Jura-Cement-Fabriken Wildegg, nach Deutschland aufmachte, um Auenstein anzuschauen. Die Gemeinden besuchten sich gegenseitig. Dass die Auensteiner im Württembergischen auch noch eine Burg Wildeck haben, war das Tüpfelchen auf dem «i».

2004 fand die erste Tour statt

Die Velofahrer kommen auf der Bielerhöhe an, jeder in seinem eigenen Rhythmus. Werner und Marco treffen zusammen ein. Jetzt gibt es Mittagessen! Auf der Terrasse grüssen vom anderen Ufer des Stausees Gletscher und Piz Buin herüber. Berge sind die Auensteiner gewohnt, liegt doch jedes Dorf in bergigem Gebiet, und beide Gegenden eignen sich zum Radfahren. «So blieb es nicht aus, dass einer die Idee hatte, eine gemeinsame Velotour zu machen», erzählt Hans Joho. «2004 fand die erste Tour statt. Von den Württembergern geplant, führte sie ins Allgäu.»

Im Jahr darauf waren die Aargauer dran. Sie radelten mit ihren deutschen Freunden auf den Sustenpass und die Grosse Scheidegg. Bei dieser Tour kamen zum ersten Mal die «Biberli» als «Energieriegel» zum Einsatz.

Zur Belohnung ein gutes Abendessen

Der grossen Abfahrt durch das Paznauntal folgt ein weiterer Aufstieg zum Arlbergpass. Doch bei der Abfahrt hat der Besenwagen Schwierigkeiten. Durch Motorräder aufgescheuchte Pferde sind ein Hindernis. Als Hans die Gruppe einholt, ist diese bereits im Anstieg nach St. Anton. Einer der Velofahrer steigt zu. «Es ist nicht einfach zuzugeben, dass nichts mehr geht», denkt Hans laut nach.

Der Aufstieg zum Arlbergpass ist eine viel benutzte Strasse. Motorräder und Autos versuchen zu überholen oder quetschen sich zwischen die Radfahrergruppe. Beinahe hätte es eine Kollision gegeben. Endlich ist der Pass erreicht. Werner und Marco spüren die Anstrengung. «Immer in der Steigung, ohne Flachstrecken zum Erholen, das ist ganz schön anstrengend», meint Werner, und Marco nickt. Zur Belohnung gibt es am Abend ein gutes Abendessen.

Dann wird die Tour vom kommenden Jahr bekannt gegeben. Werner ist an der Planung beteiligt und verrät Details. «Vorgesehen ist eine Rundfahrt nach Heidelberg, über den Odenwald. Das planen wir für drei verschieden starke Gruppen.» Die Plauschfahrer freuen sich und danken mit Applaus.