Leere Sandwichtüten, Flaschen, Unmengen von Aludosen: Probleme mit Abfall kennt die Gemeinde Gränichen vor allem, seit sich Imbissbuden und Tankstellenshops im Dorf angesiedelt haben. Abhilfe schaffen seit Mitte April Sozialhilfebezüger. Damals führte die Gemeinde das Littering-Projekt ein. Sozialhilfebezüger sammeln den Abfall auf öffentlichen Grundstücken ein und sorgen so für Sauberkeit im Dorf. Vergangene Woche fand die letzte Tour in diesem Jahr statt.

Sechs Personen konnten im Frühling für diese Arbeit gewonnen werden. Sie waren jeweils zu zweit auf sechs Touren unterwegs. Jeden Dienstag und Samstag, bei jedem Wetter. Mit Erfolg, wie Gemeinderat Ruedi Gautschi an der Infoveranstaltung der Gemeinde Gränichen sagte. Die Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst und dem Bauamt habe gut funktioniert. «Ab und zu ist jemand zu spät oder gar nicht gekommen», sagt Projektleiterin Maraj Dürig. «Aber das lag alles im Rahmen, es hat praktisch tadellos funktioniert.»

Ein erfolgreiches Projekt

Die Sozialhilfeempfänger wurden von der Gemeinde im Stundenlohn temporär angestellt. Der Lohn wird von der Sozialhilfe abgezogen. Der positive Aspekt: Den Lohn müssen die Arbeiter nicht wie den Beitrag der Sozialhilfe zurückzahlen. Und einer der Sozialhilfeempfänger habe möglicherweise aufgrund seines Engagements im Littering-Projekt einen Job gefunden, sagte Gautschi.

Im Winter keine Touren

Weil das Projekt so erfolgreich angelaufen sei, wolle man es weiterführen, sagte Gautschi. Im Winter werde es zwar keine Touren geben, aber ab nächstem Frühling soll das Littering-Projekt in die nächste Runde gehen. Der Soziale Dienst werde nun einen Schlussbericht verfassen, anschliessend diskutiere man die Optimierungsmöglichkeiten, informierte Gautschi die rund 30 Teilnehmer am Infoabend. Ab dem nächsten März starte eine neue Rekrutierungsphase. Die Fortführung sei bereits im Budget 2014 eingeplant, sagt Dürig.

Gränichen darf weiter wachsen

An der Infoveranstaltung wurde auch die Dorfentwicklung und die Entwicklungszusammenarbeit in der Region Aarau diskutiert. Gemeindeammann Rolf Arber, der sich im Vorstand des Planungsverbands der Region Aarau (PRA) engagiert, gab dabei zu verstehen, dass die Gemeinden zusammenwachsen werden.

Verdichtetes Bauen, Energiefragen, Planung des öffentlichen Verkehrs: Themen, die bereits im neuen Raumplanungsgesetz erwähnt sind, aber auch im PRA und bei der Organisation AareLand diskutiert werden, kamen am Infoabend zur Sprache. «Weil Gränichen vier öV-Haltestellen hat, dürfen wir weiter wachsen», erklärte Gemeindeammann Arber.

«Manchmal macht es Angst, wenn man solche Sachen wie verdichtetes Bauen hört», sagte ein Anwesender und sprach damit aus, was viele dachten. Ein Anliegen war einigen auch die Natur. So wie die Wohn- und Industriezonen sollten auch die Naturräume geplant werden, forderte eine Teilnehmerin. Auch darauf hatte Arber eine Antwort. «Dafür sorgen die Siedlungsbegrenzungslinien. Die legen anhand der Parzellen fest, wo Land bebaut werden darf und wo nicht.» Der Natur werde also Platz eingeräumt.

Ein wichtiges Projekt für die Gränicher ist nach wie vor die Ost-Umfahrung. Für diese liegen nun Pläne auf. Zwischen 2019 und 2022 soll die Umfahrung realisiert werden, wenn alles planmässig verläuft.