Aarau
Auch Kleinunternehmen können Duftmarken setzen

Generalversammlung des Gewerbeverbandes mit Gastreferent Hanspeter Danuser. Eine Marke schaffe Vertrauen, sie mache den Unterschied und sichere einen guten Preis.

hermann rauber
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Stadträtin Regina Jäggi im Gespräch mit Daniel Thalmann und Referent Hanspeter Danuser (rechts). hr

Stadträtin Regina Jäggi im Gespräch mit Daniel Thalmann und Referent Hanspeter Danuser (rechts). hr

Aargauer Zeitung

Das gilt nicht nur für Globalplayer wie Coca-Cola oder Nike, sondern auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Solche Perspektiven vermittelte an der Generalversammlung des Gewerbeverbandes Aarau Gastreferent Hanspeter Danuser.

Der eloquente Bündner war von 1978 bis 2008 Kurdirektor in St.Moritz und entwickelte die Markenführung erstmals auch im Bereich von Ortsnamen. Dazu gehört die strahlende Sonne im Engadin ebenso wie der ambitionierte Zusatz «Top of the World». Danuser setzte als Pionier auch den Markenschutz durch, ein Gebiet, das vor allem in Kreisen der KMU unterschätzt werde.

Doris Leuthard als Imageträgerin

Der Bündner ist heute unter anderem als Strategieberater für den Hotelierverein Ascona/Locarno und für Andermatt tätig. Aus diesem Blickwinkel fand Hanspeter Danuser auch löbliche Worte für die Stadt und Region Aarau, die über ein «einmaliges Freizeit- und Kulturprogramm» verfüge.

«Und hier an der Aare ist die Luft nicht so dünn», verglich der Referent die Kantonshauptstadt mit «seinem» St. Moritz. Der Aargau dürfe zudem über eine starke «Imageträgerin» zurückgreifen, nämlich auf Bundesrätin Doris Leuthard.

Nun kann ja nicht jeder Gewerbetreibende auf eine Marke à la St. Moritz zurückgreifen, sich aber trotzdem mit einem «Branding» profilieren. «Man soll sagen, wer man ist und was man kann», gab Danuser der Versammlung auf den Weg. Eine solche «Marke» schaffe bei der Kundschaft Vertrauen, sie sorge für das Profil an einem Ort oder in der Region.

Im Vordergrund stehen dabei «die Verständlichkeit, die Präsenz und die sichtbare Begeisterung der Mitarbeiter», sagte der Referent. Entscheidend bei der Umsetzung sei die «Professionalität und nicht das Geld», betonte Danuser.

Und griff zu einem «Brand» aus seinen Zeiten im Engadin, zum «typisch schweizerischen» Alphorn. Zusammen mit Andreas Diriwächter zeigte der wirblige Bündner, dass er das Instrument nicht nur als Attrappe braucht, sondern auch zu spielen weiss.

Nach der Kür die Pflicht

Mit solchen Ratschlägen für eine «Markenführung» bei kleineren und mittleren Unternehmen im Gepäck machten sich die 68 Stimmberechtigten im Saal des «Schützen» an die Pflicht, nämlich an die Behandlung der statutarischen Traktanden der Generalversammlung.

Die Gewerbler gedachten des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Fortunat Schuler und ergänzten das Gremium durch die Wahl von Mario Serratore, Finanzplanungsexperte und FDP-Einwohnerrat aus dem neuen Ortsteil Rohr.

Der Jahresbericht des Präsidenten Roland Müller und die Rechnung von Marc Landolt wurden einstimmig gutgeheissen. Mit dem Hinweis, dass etliche Aarauer Gewerbler am 15.Mai wieder ein Pferderennen sponsoren, konnte man zum kulinarischen Teil übergehen.