Aarau
Auch die Kultur soll in Aarau effizienter werden

Das Kulturkonzept der Stadt geht nach zweijähriger Vorarbeit endlich in die Vernehmlassung. Der Stadtrat prüft mittelfristig die Schaffung einer städtischen Kulturabteilung, die zur Effizienz des Kulturbetriebes beitragen soll.

Hubert keller
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Der Stadtrat will das Projekt für ein Aargauer Theaterhaus in der alten Reithalle weiter entwickeln und zur Abstimmungsreife bringen.

Der Stadtrat will das Projekt für ein Aargauer Theaterhaus in der alten Reithalle weiter entwickeln und zur Abstimmungsreife bringen.

KUS

Im Juli 2012 hatte der Stadtrat einer Kerngruppe den Auftrag für ein Kulturkonzept erteilt. Nun liegt es vor. «Es hat lange gedauert», räumt Stadtrat Hanspeter Hilfiker ein. Im Nachhinein würde man wohl ein anderes Vorgehen wählen und den Auftrag nicht einer Arbeitsgruppe, sondern der Kulturkommission erteilen.

Die Stadt Aarau verfügt über ein solides und reiches Kulturangebot und wendet für den Bereich Kultur netto über 4 Millionen Franken auf. Umso mehr sollen die kulturellen Leistungen effizient erbracht werden. Denn: «Mehr Geld wird es kaum geben», sagte Hilfiker kürzlich auch den Kulturschaffenden am Kulturapéro.

Mittelfristig will der Stadtrat deshalb die Schaffung einer Abteilung Kultur prüfen, welche die städtischen Kulturinstitutionen (Stadtbibliothek, Stadtmuseum Schlössli, Kultur- und Kongresshaus KuK) sowie die heutige Kulturstelle umfasst. Hilfiker verspricht sich davon Synergien, mit denen die bescheidene Stellenerweiterung aufgefangen werden kann. Hilfiker ist sich aber bewusst: «Dies wird zu reden geben.»

In das Konzept sind viele Überlegungen aus unterschiedlichen Bereichen, die Erkenntnisse der Kultur-Veranstaltung vom März 2013 im KuK sowie die Rückmeldungen aus einer verwaltungsinternen Vernehmlassung Ende 2013 eingeflossen.

Bis Ende Oktober läuft nun die Vernehmlassung. Stadtrat Hilfiker hofft, dass ab 2015 die Umsetzung erfolgen kann. Das Kulturkonzept wird in den nächsten Jahren wichtiges Instrument der Kulturpolitik der Stadt sein. Mit fünf Initiativen bietet es ein breites Handlungsspektrum.

«Oxer» zu Abstimmung bringen

Der Stadtrat will mit seiner Kulturpolitik die bereits heute besonders wichtigen Kulturinstitutionen pflegen. Dazu gehören das Theater Tuchlaube mit dem Projekt eines Aargauer Theaterhauses in der Alten Reithall, dem «Oxer», das KiFF sowie die kantonalen Kulturhäuser wie das Kunsthaus und das Naturama sowie die städtischen Kultureinrichtungen. Angesichts der Kosten von 20 Millionen ist der Enthusiasmus für den «Oxer» etwas verflogen. Der Stadtrat will aber dennoch vorwärts machen und das Projekt zur Abstimmungsreife entwickeln.

Das heisse aber auch, so Hilfiker, dass das Projekt mit den regionalen Kulturanbietern und Veranstaltern nochmals beurteilt wird. «Wir müssen für den ‹Oxer› eine breite politische Basis finden, also muss es auch günstiger werden», sagt er. Beim KiFF gehe es darum, den bestehenden Standort mittelfristig zu sichern. Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit Kunath bis 2020 seien im Gange.

Das Kulturkonzept sieht vor, dass im Bereich der Kulturförderung die Richtlinien überarbeitet werden. 2013 wurden 23 Kultureinrichtungen, Veranstaltungsreihen und Kulturvereine mit insgesamt 1,4 Millionen Franken unterstützt.

Der Stadtrat setzt im Kulturbereich auf mehr Zusammenarbeit in betrieblicher und inhaltlicher Hinsicht, beispielsweise sollen in absehbarer Zeit über ein Buchungstools frei zur Verfügung stehende Räumlichkeiten reserviert werden können. Im Bereich Sport habe man damit, so Hilfiker, bereits gute Erfahrung gemacht.