Aarau
Auch der Sektionschef von Aarau hat bald seinen Letzten

71 Sektionschefs verlieren im Aargau Ende Jahr ihren Nebenjob. Unter ihnen auch Ueli Schär, der das Amt 30 Jahre lang in Aarau ausgeübt hat.

Hubert Keller
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Ueli Schär muss sein Nebenamt als Sektionschef aufgeben. Kel

Ueli Schär muss sein Nebenamt als Sektionschef aufgeben. Kel

Viel ändert sich an Ueli Schärs Wirkungsbereich nicht, das Amt des Sektionschefs beanspruchte ihn noch knappe 15 Prozent, und dennoch geht eine Ära zu Ende – für die Angehörigen der Armee, aber auch für Schär, der Ende Jahr 30 Jahre lang Sektionschef gewesen ist.

Mitte Mai dieses Jahres hatte der Grosse Rat beschlossen, die Militärsektionen im Aargau aufzuheben. Künftig ist das Kreiskommando alleiniger Ansprechpartner der Angehörigen der Armee. Die Stellungspflichtigen beispielsweise werden dann nicht mehr in den Gemeinden über die bevorstehende Dienstpflicht informiert. Auskünfte bezüglich Dienstleistungen, Dienstverschiebungen, Auslandabwesenheit, Entlassung aus der Dienstpflicht werden künftig beim Kreiskommando eingeholt. Zukünftig werden die Mutationen der Einwohnerkontrollen des Kantons Aargau (Zuzüge, Wegzüge, Adressänderungen und Einbürgerungen) elektronisch via kantonales Einwohnerregister an das Kreiskommando übermittelt. Das Kreiskommando bearbeitet die Daten, welche die Einwohnerkontrollen übermitteln, zentral.

Ueli Schär nimmt es gelassen. Im Verlauf der Jahre sind die Aufgaben immer weniger geworden. Und vieles, was vor 30 Jahren noch von Hand eingetragen und registriert werden musste, wird heute elektronisch mittels Computer erledigt. So zum Beispiel der Wehrpflichtersatz oder Weg- und Umzüge. Einmal pro Jahr bot der Sektionschef die 18-jährigen Schweizer auf, um sie über den bevorstehenden Militärdienst zu orientieren, er war bei der Aushebung dabei, wenn die Stellungspflichtigen der Sektion Aarau antreten mussten, und bei der Wehrmännerentlassung, wenn die ausgedienten Soldaten vom Regierungsrat per Handschlag verabschiedet wurden. Heute geben die Wehrmänner ihre Effekten im Zeughaus ab.

Vieles habe sich geändert, stellt Ueli Schär fest, neue Aufgaben sind hinzugekommen. Er und sein Stellvertreter als Sektionschef, Daniel Büchli, arbeiteten eh in einem Gemischtwarenladen: Feuerwehrsekretariat, Sachbearbeiter Einbürgerungen, Ortsquartieramt, Zivilschutzstelle, Mithilfe bei Wahlen und Abstimmung gehören zum vielfältigen «Warensortiment».

Wird sich das Sortiment im Gemischtwarenladen in den nächsten zwei, drei Jahren nochmals ändern? Bis dann nämlich ist Ueli Schär, Jahrgang 50, reif – für die Pension.