Aarau
Auch Bestattungen werden abgestottert

Eine Bestattung kann ins Geld gehen. Angehörige können die Rechnung für die Bestattung nicht immer sofort begleichen. Bestattungsunternehmen bieten daher auch Ratenzahlungen, damit die Rechnung langsam abgestottert werden kann.

Noëlle König
Merken
Drucken
Teilen
Bestattungen können für die Hinterbliebenen schnell teuer werden.

Bestattungen können für die Hinterbliebenen schnell teuer werden.

Walter Schwager

Nichts ist so sicher wie der Tod. Oft kommt er unverhofft. Dann warten die Kosten für die Bestattung auf die Angehörigen. Wenn möglich werden diese jeweils aus dem Nachlass bezahlt. Jedoch kommt es immer wieder vor, dass durch hohe Pflegekosten in den letzten Monaten vor dem Ableben kein Geld mehr übrig ist. In diesem Fall müssen die Angehörigen bezahlen, denn in der Schweiz gilt laut Bundesgesetz die Verwandtenunterstützungspflicht. Diese besagt, dass die Angehörigen, wenn sie die finanziellen Mittel haben, für die Kosten der Bestattung aufkommen müssen, auch wenn sie das Erbe ausschlagen.

1000 Franken für Bestattung

Eine Bestattung ist jedoch nicht billig. Rund 1000 Franken kosten nur die Arbeiten eines Bestattungsinstitutes. Der stellvertretende Geschäftsleiter des Bestattungsinstitutes Caminada AG in Aarau, Werner Berger, erklärt: «Für eine Standardbestattung mit Sarg, Innenausstattung, Hemd, Kissen, der Fahrt am Platz Aarau und Dienstleistungen wie telefonische Beratung, das Ankleiden und die Pflege von Verstorbenen muss man sicher mit 1000 Franken rechnen. Nach oben sind fast keine Grenzen gesetzt.»

Wie teuer das Ganze am Schluss komme, hänge ganz von den Wünschen und finanziellen Möglichkeiten der Angehörigen ab. «Wenn die Angehörigen offen mit uns sind und wir wissen, wie die finanzielle Lage aussieht, können wir bereits bei der Planung reagieren», erklärt Berger das Vorgehen der Caminada AG. Wenn sich die Angehörigen erst nach der Bestattung wegen der Kosten melden, bietet die Caminada AG Ratenzahlung an. Wenn sie von Anfang an wisse, wie die finanzielle Lage der Angehörigen aussehe, wird eine schöne Bestattung im Budget der Angehörigen organisiert.

Angehörigen entgegenkommenBeim Bestattungsinstitut Baumann AG aus Aarau sieht die Situation ähnlich aus. «Wir wollen den Hinterbliebenen entgegenkommen. Der Tod eines Angehörigen schmerzt und für manche auch die anfallenden Kosten», sagt Geschäftsführer Enrico Baglivo. Deshalb sieht das Unternehmen wenn möglich von Mahnung und Betreibung ab und versucht eine andere Lösung zu finden. Baglivo erklärt weiter: «Auch in Fällen, wo keine Angehörigen und kein Geld vorhanden ist, ist vom Gesetz her, für eine würdevolle Bestattung gesorgt.»

«Zahlen ist noch Ehrensache»

Auch in Lenzburg kommt es vor, dass die Bestattung in Raten bezahlt werden muss. Dies sei aber selten der Fall, wie Hanspeter Ramseier vom Bestattungsinstitut Ramseier-Iseli in Lenzburg erklärt: «Bei vielen ist es eine Ehrensache, dass die Kosten gleich bezahlt werden. Aber es kommt vor, dass die Angehörigen nicht den ganzen Betrag auf einmal begleichen können.» In der Regel finde man eine Lösung mit der Familie. Diese sei oft auch die Ratenzahlung. Ramseier betont weiter: «Es gehört zum Ehrenkodex der Bestatter, dass man die Angehörigen über die anfallenden Kosten aufklärt, dann gibt es auch keine Überraschungen.»