Militärmusik

Armee-Busse für verpassten Einsatz wird als «Witz des Jahres» kommentiert – ist sie überhaupt rechtens?

Verpasster Einsatz: Darf Armee Militärmusikanten büssen?

Verpasster Einsatz: Darf Armee Militärmusikanten büssen?

Ein Soldat verpasste seinen Tschinellen-Einsatz und bekam eine Busse. Parlamentarier sind empört. Valentin Landmann will dem Musikant nun helfen.

Ein Aarauer Militärmusikant versäumte beim Zapfenstreich seinen Einsatz und wurde mit 150 Franken für den Fehler gebüsst. Doch darf die Armee so etwas überhaupt?

Der Fauxpas passierte dem Aargauer Musiker am «Zapfenstreich» in Landquart GR während seines letzten WK. Christian Carisch verpasste den Solo-Einsatz mit dem Becken und spielte ihn einen Takt später nach.

Die Busse kam sogleich: 500 Franken, die durch Wohlwollen des Kompaniekommandanten auf 150 Franken reduziert wurde. In der Disziplinarstrafverfügung schreibt die Armee, dass Carisch fahrlässig Dienstvorschriften missachtet hätte.

Ein Satz, über den Anwalt Valentin Landmann im Interview mit Tele M1 nur lachen kann: «Ich glaube nicht, dass Noten eines Orchesters als Dienstvorschrift eingestuft werden können. Natürlich sollte man sich bemühen, richtig zu spielen. Aber ein falscher Ton, ausgerechnet im Militär, sollte kein Dienstvergehen sein.»

Mit seiner Meinung ist Landmann nicht alleine. Auch Parlamentarier aus Bern kommentierten den grotesken Vorfall. Der Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart bezeichnet die Busse und das Verhalten der Vorgesetzten als «unverhältnissmässig und ungeschickt», SVP-Nationalrat Gregor Rutz als «Witz des Jahres». 

Anwalt Landmann bietet dem Militärmusikanten juristische Unterstützung an: «Die Busse kann man weiterziehen und das würde ich mit einem Lächeln und mit einem sicher günstigen Tarif machen.»

Der Fall wurde publik, da Carischs WG-Mitbewohner Nico Breuninger in einem Facebook-Video seinem Ärger über die Busse Luft gemacht hatte. 

Facebook-Video: Militär-Musikant verspielt sich – 150 Franken Busse

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