Küttigen

Armee bringt Abwechslung ins Altersheim Wasserflue

Anstehen für das obligate Popcorn vor dem Kinobesuch im Seniorenzentrum Wasserflue. MBÜ

Anstehen für das obligate Popcorn vor dem Kinobesuch im Seniorenzentrum Wasserflue. MBÜ

Popcorn, Schokolade und Chips liegen bereit, der Ticketschalter ist geöffnet und am Eingang zum Kinosaal wartet der Billettkontrolleur. An diesem Nachmittag ist im Küttiger Seniorenzentrum Wasserflue für einmal eine Kinovorführung angesagt.

Die Tarnanzüge verraten, dass es sich bei den jungen Leuten, die den Kiosk betreiben und Tickets herausgeben, um WK-Soldaten handelt. Während einer Woche unterstützen elf Frauen und Männer vom Pflegedetachement des Bataillons 75 das Personal bei seiner täglichen Arbeit im Alterszentrum. Spaziergänge, Kuchen backen, pflegen oder auch aushelfen in der Wäscherei – ihre Aufgaben sind vielseitig.

Beliebter Dienst

Die Soldaten schätzen den Dienst im Altersheim. «Es haben sich viel mehr gemeldet, als wir berücksichtigen konnten», sagt Wachtmeister Ai-Lin Chow, die im zivilen Leben auch im Pflegebereich arbeitet. Es sei schön, zu führen, wenn alle motiviert seien. Einer der Soldaten, die sich freiwillig für den aussergewöhnlichen Dienst gemeldet haben, ist Daniel Rostetter. Er schätzt vor allem die Abwechslung zur Theorie und zu den militärischen Übungen, die sonst den WK-Alltag bestimmen. «In einem Ernsteinsatz wie diesem können wir einiges lernen», sagt Rostetter.

Für das Alterszentrum bedeutet die Hilfe von ungewohnter Seite in erster Linie Entlastung bei der alltäglichen Arbeit. «Es können aber auch Aktivitäten angeboten werden, die sonst nicht möglich wären», sagt Heimleiter Alfred Brändli. Das gemeinsame Bräteln, der Kinonachmittag oder auch der Ausflug zum Militärmuseum in Full könnten sonst kaum durchgeführt werden. Ausserdem machen die Soldaten eine Umfrage mit den Bewohnern und klären dabei etwa, wie gut sie sich betreut fühlen und wie ihnen das Essen schmeckt.

60 saubere Matratzen in 2 Tagen

Darüber hinaus hat die Armee ein Gerät der besonderen Art mitgebracht. Der Desinfektionsanhänger, der gleich hinter dem Alterszentrum steht, leistet einen wertvollen Dienst: In nur zwei Tagen lassen sich damit sämtliche 60 Matratzen desinfizieren und reinigen.

Genau diese Reinigung bereitet Bewohnerin Lena Hunziker noch etwas Sorgen. Denn sie wisse nicht, ob ihre Katze Meite, die immer auf der Matratze schlafe, einen geeigneten Ersatzplatz finde. Ansonsten habe sie noch nicht viel mitbekommen. «Es ist alles friedlich im Haus.» Zum Kinonachmittag ging sie, auch wenn sie den Film von HD-Soldat Läppli schon oft gesehen hat. Es ist das erste Mal, dass im Küttiger Altersheim WK-Soldaten mitarbeiten. Peter Forster, Präsident der Stiftung Alterssiedlung, spricht in diesem Zusammenhang von einer «Win-Win-Situation, wie sie im Buche steht». Das Personal werde entlastet, das Militär könne eine Übung durchführen und die Bewohner erhielten eine willkommene Abwechslung, sagt Forster. Eine Wiederholung ist bisher aber noch keine geplant. Die Senioren hätten wohl nichts dagegen. Kinospass dürfte im Alterszentrum auch künftig willkommen sein.

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