Der Entscheid im Architekturwettbewerb für das neue Primarschulhaus Dorf ist einstimmig gefallen: Von den acht eingereichten Entwürfen hat «Vinci» das Rennen gemacht, das Projekt der Zürcher Pool Architekten. Ein viergeschossiger, quadratischer Bau, so gesetzt, dass das denkmalgeschützte Ortsmuseum nicht von der Wucht des Gebäudes erdrückt wird, mit einer hellen, lichtdurchlässigen Fassade und einem speziellen Innenleben.

Der Name ist Programm

Der Name des Projekts ist Programm: «Vinci» vom italienischen «vincere», gewinnen – und von Leonardo da Vinci, dem italienischen Künstler, Architekten, Mechaniker und Ingenieur. Er soll den sogenannten Doppelhelix erfunden haben, die doppelläufige Wendeltreppe, die auch im Innern des Suhrer Primarschulhauses stehen soll.

So befindet sich unter den beiden verschränkten offenen Treppen jeweils eine versteckte Fluchttreppe.

Abgekupfert ist die Erfindung aber nicht: «Wir sind erst während des Entwickelns der Treppe auf da Vincis Doppelhelix gestossen», sagt Architekt Matthias Stocker, der den Entwurf gemeinsam mit Dieter Bachmann entwickelt hat.

Das stabile Treppenhaus hat eine weitere Besonderheit: Es übernimmt zusammen mit den Fassadenstützen die Aussteifung des Gebäudes, weshalb keine tragenden Wände im gesamten Bau nötig sind. So kommt nicht nur viel Licht ins Schulhausinnere, die Raumeinteilung kann aufgrund fehlender fixer Wände frei gestaltet werden.

Keine Liebe auf den ersten Blick

Diese Einfachheit war es denn auch, die das Preisgericht schlussendlich voll und ganz überzeugt hat – auch wenn es laut Architekt und Fachpreisrichter Christian Zimmermann «keine Liebe auf den ersten Blick» war: «Es ist ein praktisches, intelligentes Schulhaus.»

Durch die markante, offene Fassade und die geschickte Platzierung werde aus dem einfachen Gebäude eines, das sich gut in das ortsbauliche Umfeld eingliedert. «Ich bin mir sicher: Die Schüler werden diesen Raum nie vergessen», so Zimmermann.

Platz für 24 Klassen

Das Volumen des Projekts «Vinci» ist mit vier Stockwerken stattlich. Der viele Platz ist aber nötig, um künftig alle Primarschüler, die bislang auf drei Schulhäuser verteilt sind, unter einem Dach zu unterrichten. 24 Klassenzimmer, 18 Gruppen- und diverse Nebenräume, darunter ein grosser Mehrzweckraum sowie ein Lehrerzimmer sollen im Neubau Platz finden.

Nur so werde man den drei Rahmenbedingungen – Umstellung auf 6/3, Bevölkerungswachstum und der allgemeinen Schulraumknappheit – gerecht, sagt Gemeindepräsident Beat Rüetschi.

Das Projekt wird nun in den nächsten Monaten fertig entwickelt. An der Wintergmeind im Herbst 2014 sollen die Stimmbürger dann über den Ausführungskredit abstimmen. Der Baustart ist 2015 geplant, bezogen werden soll das Schulhaus per Schulbeginn 2016. «Das ist ein ehrgeiziger Zeitplan», sagt Architekt Stocker.

Und auch Gemeindepräsident Rüetschi sagt, es brauche noch viel Arbeit, bis das Projekt an die Gemeindeversammlung gebracht werden könne. «Wir müssen ein Projekt präsentieren, das mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis daher kommt, und nicht wie ein Luxus-Projekt. Wir müssen schauen, dass es für Suhr finanziell stimmt.» Er sei von «Vinci» aber sehr angetan. «Von der Funktionalität und der Praktikabilität her ist es genial.»