Winterzauber
Arbeit für die einen, Spass für die anderen: Das war der Schneetag in der Region Aarau-Lenzburg

Wegen des Schnees mussten Dörfer abgesperrt werden, Busse fielen aus, Bäume wurden halbiert. Und doch bringt die Pracht auch Freude.

Nadja Rohner, Daniel Vizentini
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Wie im Märchen: Schloss Lenzburg wirkt, als gehöre es in den Kult-Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel».
21 Bilder
Lenzburg Der Schlittelhügel der Schuljugend ist belebt wie schon lange nicht mehr.
Extrem-Busfahren in Aarau. Am Donnerstagabend konnten die Barmelweid und Biberstein nicht angefahren werden, am Freitag wurden dann alle Linien in der Region Aarau wieder bedient.
Der Winterdienst des Werkhofs hatte alle Hände voll zu tun.
Wie im Märchen: Schloss Lenzburg wirkt, als gehöre es in den Kult-Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel». Ammerswil abgeschnitten: Ammann Marianne Horner nimmt’s gelassen. Bis spät nachts waren schneebegeisterte Aarauer in der Altstadt zugange. Extrem-Busfahren in Aarau. Die Trauerweide verlor ihre Krone.
Ammerswil abgeschnitten: Ammann Marianne Horner nimmt’s gelassen.
Ammerswil Ammann Marianne Horner schickt Bilder von ihrem Spaziergang
Ammerswil Ammann Marianne Horner schickt Bilder von ihrem Spaziergang
Bis spät nachts waren schneebegeisterte Aarauer in der Altstadt zugange.
Lenzburg Ein eiskalter Fauchi hat sich vom Schloss heruntergewagt
So breit wie dieser Schneemann lächelten am Donnerstagabend viele Passanten in der Aarauer Altstadt
Es muss nicht immer ein Schneemann sein: Sphynx in der Aarauer Altstadt.
Am Aarauer Schlittelrain: Die beiden Freundinnen Linn Morgenegg (9) und Nayla Sollberger (9) teilten sich einen Bob, nachdem Linns Schlitten dem kleinen Hügel nicht standgehalten hatte. «Nach der ersten Abfahrt war mein Lenkrad kaputt», sagte sie. Das tat der Freude aber keinen Abbruch. «Ich bin schon sechsmal runtergefahren», sagte Nayla. Zum Glück habe sie einen Zweierbob.
Am Aarauer Schlittelrain: Melanie Hächler und Marco Bigoni kennen den Schlittelrain gut, weil sie in der Nähe wohnen. «Ich kam bereits mit meinen zwei Töchtern, die mittlerweile erwachsen sind, hierher», erzählt Bigoni. Das sei gut zehn Jahre her. Die zweijährige Tochter Nuria hatte indes schon nach einer Abfahrt genug. Auf die Frage, ob es ihr gefallen habe, nickte sie zufrieden.
Am Aarauer Schlittelrain: Viktor Böss (75) kam gemeinsam mit Urgrossenkel Leon (8). Er sei selbst als kleiner Bub schon diesen Hügel in Aarau runtergeschlittelt, sagt er. Die Lage sei ideal, obwohl er auf der anderen Seite der Aare wohne. Von Leon gibt es für den Heimschlittenhügel ein Daumen hoch. Sie seien überrascht von der Menge Schnee gewesen, die herunterkam.
Am Aarauer Schlittelrain: «Für mich ist die Schanze das Wichtigste», sagt Enea (8). Ein Hindernis aus Schnee befand sich in der Mitte des Hügels und sorgte für spektakuläre Sprünge. Für ihn sei es der zweite Schlitteltag in Folge. «Am Donnerstag wurde es schon Viertel vor acht, bis Schluss war und wir gehen konnten», sagte Katharina Müller (40).
Pulver gut auf der Barmelweid
Die Telli mit dicker Puderzuckerschicht
Nachts auf dem Friedhof Rosengarten in Aarau
Das Kerzenlicht verbreitete eine besonders friedliche Stimmung.
Am Graben in Aarau

Wie im Märchen: Schloss Lenzburg wirkt, als gehöre es in den Kult-Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel».

Helene Thürig Bild: zvg Bild: nro Bild: nro Bild: fdu

Das Obergoms VS ist sich gewohnt, wegen Schneefällen von der Umwelt abgeschnitten zu sein. Für die Ammerswiler war das gestern eine neue Erfahrung: Umgestürzte Bäume und die Gefahr weiterer solcher Unfälle auf allen Zufahrtsstrecken führten dazu, dass niemand mehr ins Dorf hinein- oder hin­ausfahren durfte. Auch die Lehrpersonen nicht – die Kinder freuten sich über den freien Tag.

Teilweise fielen aufgrund vieler Strassensperrungen in der Region Busse aus, etwa auf die Barmelweid oder nach Biberstein. Nicht alle Chauffeure trauten sich die prekären Strassenverhältnisse zu. «Es muss niemand fahren, der nicht möchte», so Peter Baertschiger, Chef der Busbetrieb Aarau AG.

Die eindrücklichsten Bilder des starken Schneefalls in der Region Aarau:

Spazierergang im verschneiten Hunzenschwil.
15 Bilder
Oberentfelden im Schnee
Strassenräumung zwischen Lenzburg und Ammerswil.
Der Forstdienst appelliert an die Bevölkerung, nicht in den Wald spazieren zu gehen. Es ist zu gefährlich.
Die Barmelweid Strasse – ein Winterwunderland
Aarau Goldern als noch nicht so viel Schnee lag.
In der Aargauer Telli liegt auch schon seit langer Zeit viel Schnee.
Die Aarauer Altstadt ist verschneit, der Bus fährt trotzdem.
Auch der Bahnhof Aarau ist verschneit.
Nochmals der verschneite Bahnhof Aarau, hier beim Bus-Terminal.
Knietiefer Schnee in Seon – da wird ein Spaziergang gleich zu Sport.
Ein weiteres Bild aus dem verschneiten Aarau.
Die Stühle am Aarauer Bahnhof leuchten mit dem Schnee so richtig.
Der Stromausfall in Birrwil konnte zum Glück behoben werden.
Eine Traumlandschaft in Möriken.

Spazierergang im verschneiten Hunzenschwil.

Der Aarauer Werkhof hatte alle Hände voll zu tun. Laut Leiterin Regina Wenk waren 30 Personen durchgehend im Einsatz – am Donnerstagabend statt bis 22 Uhr ausnahmsweise bis 0.30 Uhr. Um 3.30 Uhr ging die Arbeit bereits weiter, auch mit Hilfe vom Forstamt, der Feuerwehr und dem Bauunternehmen Valli. Priorität bei der Schneeräumung hatten die wichtigen Verbindungsstrassen, etwa zum Kantonsspital oder Feuerwehrmagazin. Nebst den öV-Achsen seien auch die Hauptverkehrswege der Velos freigeschaufelt worden, sagt Regina Wenk. So viel zu tun hatte der Werkhof zuletzt im Winter 2010.

Wegen der nicht allzu tiefen Temperaturen ist der gefallene Schnee nicht leicht und pulverig, sondern sehr nass und schwer. Diesem Umstand fielen zahlreiche Bäume zum Opfer. Darunter die riesige Trauerweide nahe der Kettenbrücke an der Schiffländestrasse, eine der höchsten im Kanton.

Als Frau Holle gestern Freitagnachmittag endlich Feierabend machte, war an den Schlittelhügeln Hochbetrieb. So auch am Aarauer Schlittelrain – die AZ hat sich bei den Schneebegeisterten umgehört (siehe Bildergalerie oben).