Aarau
Anwohner protestieren gegen Abholzung von Bäumen

Im Telli-Wald zieren rote Punkte einige Bäume. Ganz zum Leidwesen einiger Bewohner, die dort mit einem Plakat anonym protestieren. Sie zitieren aus dem Song von Alexandra «Mein Freund, der Baum ist tot.»

Sarah Künzli
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Gegen das Baumfällen im Telli-Wald wurde ein Zettel an einem der Bäume befestigt. Peter Jean-Richard

Gegen das Baumfällen im Telli-Wald wurde ein Zettel an einem der Bäume befestigt. Peter Jean-Richard

Denn die gekennzeichneten Bäume werden gefällt. Das Baumfällen löst bei den Leuten immer wieder Emotionen aus. Als der Mammutbaum beim Schlössli Anfang Jahr gefällt werden musste, hagelte es starke Kritiken. Damals wurde anonym für den Mammutbaum ein Kreuz aufgestellt. Im Telliring und an der Rütmattstrasse im Telli kam es 2002 und 2009 zu einem Sturm der Bewohner gegen das Fällen einiger Bäume. Als 2010 die Eiche im Herzoggut gefällt werden musste, löste dies Trauer um den 200 bis 300 Jahre alten Baum aus.

Nun reagieren auch die Besucher des Telli-Walds emotional. «Muss das wirklich sein?» steht auf dem Plakat. «Ganz augenscheinlich ist vom Forstamt eine grosse Baumfäll-Aktion geplant», heisst es. Der Telli-Wald werde immer mehr zur Auenlandschaft. Das liesse «die Menschen Traurigkeit und Schmerz empfinden, wenn «ihr Wald» zerstört würde.» Durch die Baustellen beim Rüchlig-Kraftwerk und dem Aare-Düker würde der Telli-Wald sowieso schon genug gelichtet werden.

Der Zwiespalt des Försters

Roger Wirz, Förster der Region Aarau versteht, die emotionalen Reaktionen (siehe Kontext). Vor allem bei einzelnen Bäumen, wie dem Mammutbaum. Trotzdem sei das Fällen der Bäume nötig, da in den letzten zehn Jahren nichts mehr verändert wurde. In der letzten Woche seien wieder zwei Bäume umgekippt, so Wirz. Es gehe beim Fällen auch um die Sicherheit der Besucher. Durch weniger Bäume würde auch der Freikanal mehr von der Sonne beschienen werden und das sei gut für die Fische. «Der Bestand der heimischen Schwarzpappel und der Eiche kann gestärkt werden und gute Bäume bekommen mehr Platz», erklärt er weiter. Mit mehr Licht würden junge Bäume heranwachsen. «Der Wald lebt und verändert sich ständig.»

Das Problem als Förster sei, dass die Bevölkerung unterschiedliche Ansprüche habe. Die einen fänden es gut, dass Bäume gefällt werden, weil es für die Fische gut sei und andere würden einen schattigeren Wald vorziehen, erklärt Wirz seine Lage. Er sei immer in einem Zwiespalt. «Man muss sich entscheiden, welche Ansprüche, dass man geltend machen will.»

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