Fall Nicky
Anwalt des verurteilten Marcel M. strebt Revisionsverfahren an

Der Fall des wegen schwerer Körperverletzung und fahrlässiger Tötung des damals 19-jährigen Nicky Hoheisel zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilten Marcel M. soll neu aufgerollt werden.

Oliver Baumann
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Der veurteilte Marcel M.

Der veurteilte Marcel M.

Schweizer Fernsehen

Der 25-jährige M.* hat seinen Anwalt Konrad Jeker damit beauftragt, ein Revisionsverfahren in die Wege zu leiten, wie Jeker auf Anfrage der az sagte.

Ein solches Verfahren wird jeweils dann angestrengt, wenn neue Beweise vorliegen, die vor Gericht bislang noch nicht beurteilt worden waren und die möglicherweise eine Änderung des Urteils bewirken könnten.

Jeker sagt denn auch, er sei von Ärzten mit Informationen kontaktiert worden, die im Hinblick auf ein Revisionsgesuch relevant sein könnten. Ein solches will der Anwalt nun in Bälde einreichen.

Wird der Fall in Strassburg verhandelt?

M. hat das Urteil gegen ihn, das zuletzt im Jahr 2011 vom Bundesgericht bestätigt wurde, zudem an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) weitergezogen. Wann - und ob überhaupt - die Strassburger Richter den Fall behandeln werden, steht gemäss Jeker aber noch nicht fest.

Auch beurteilt der EGMR Fälle nur aufgrund der bestehenden Faktenklage und lässt keine neue Beweise zu.

Die Sendung «Reporter» des Schweizer Fernsehens hat am Sonntagabend berichtet, das nach wie vor erhebliche Zweifel an der Schuld von Marcel M. am Tod von Nicky Hoheisel bestehen. So ist etwa Hoheisels behandelnder Arzt am Kantonsspital Aarau, Javier Fandino, überzeugt davon, dass sein ehemaliger Patient nicht an der Folge von Schlägen gestorben ist.

*Name der Redaktion bekannt