Es ist eine Wissenschaft für sich, wie die Temperatur exakt gemessen werden muss. Einer von fünf Aargauer Messpunkten von Meteo Schweiz befindet sich in Buchs – auf der grünen Wiese. Dort wurden am letzten Mittwoch 37 Grad gemessen – neuer Rekord. Im Siedlungsgebiet, beispielsweise an der Bahnhofstrasse in Aarau, dürften es gegen 40 Grad gewesen sein. Viele empfanden diese Hitze als sehr unangenehm. Und viele dürften auch mit den gegen 30 Grad heute Dienstag nicht glücklich sein.

«An Hitzetagen merken wir, wie bedeutend Bäume sein können», erklären Corinne Schmidlin und Thomas Baumann vom Naturama. Sie fänden es gut, wenn es beispielsweise an der Aarauer Bahnhofstrasse nicht nur auf Seite der AKB und des Pestalozzi-Schulhauses, sondern auch gegenüber eine Allee hätte. «Wir wollen ein angenehmes Klima in Siedlungsgebieten fördern», erklärt Baumann. «Das ist Bäumen auf einfache Art möglich.» Unter einem Baum werde die Temperatur von den Menschen als 10 bis 15 Grad tiefer empfunden. «Ein enormer Temperaturunterschied», so Baumann. Er weisst darauf hin, dass die Menschen dem Schatten nach gehen. Gut zu sehen an der Bahnhofstrasse, wo die Fussgänger an extrem heissen Tagen vor allem auf der Allee-Seite unterwegs sind.

Die beiden Naturama-Mitarbeiter hoffen, dass bei der Gestaltung von öffentlichen Plätzen stärker an die Hitzetage gedacht wird, von denen es künftig wegen des Klimawandels deutlich mehr geben wird. Und dass, dort wo es möglich ist, Beton und Teer für Bäume aufgerissen werden. Als schlechtes Beispiel nennen sie den Glutofen Bahnhofplatz Aarau, wo es zwar eine künstliche Wolke, aber keinerlei Pflanzen hat.

Zusammen mit dem Kanton hat das Naturama im Frühling die Aktion Klimaoase gestartet. Stossrichtung: mit Bäumen gegen den Klimawandel (AZ vom 10. 4.). In mindestens 25 Gemeinden sollen Bäume gepflanzt werden. Die Gemeinde muss für einen Baum nur 500 Franken zahlen. Bereits haben sich zwölf Gemeinden angemeldet.