Aarau
An der Aargauer Messe Aarau darf man mit den Fingern schauen

Wer beim Einkaufen gern alles anfassen und probieren will, kommt an der grössten Messe im Kanton auf seine Kosten.

Janine Gloor
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Süssholz erinnert an Kindertage
10 Bilder
Ob das Gehör noch einwandfrei funktioniert, kann hier getestet werden
An der Aargauer Messe Aarau durften alle Produkte angefasst und ausprobiert werden.
Süsse Früchtchen an der AMA
Eine interessante Begegnung für beide Seiten
Ein kleiner Besucher ist fasziniert vom Roboter-Rasenmäher
Ein AMA-Besucher probiert ein Fitnessgerät aus
Die Landwirte mussten an der Prüfung Ballen sorgfältig auf dem Lastwagen platzieren
Den Ferkeln war es wohl
An diesem Stand gibt es für jedes Gebrechen einen Saft

Süssholz erinnert an Kindertage

Janine Gloor

Die Kindergärtler rümpfen die Nase, als sie nach ihrer Meinung zum Buureland gefragt werden. «Es stinkt nach Gülle», meint ein vorwitziger Knirps. Nichtsdestotrotz stürmen sie begeistert auf die Gehege zu und versuchen mit allen Mitteln, die Aufmerksamkeit der Schafe, Kühe und Ferkel auf sich zu ziehen.

Ein paar Meter weiter herrscht eine weniger ausgelassene Stimmung. Eric Zimmermann ist angehender Landwirt, zum ersten Mal findet im Rahmen der Aargauer Messe Aarau AMA die Berufsmeisterschaft statt. Mit geübten Bewegungen greift er der Kuh unter die Rippen und spürt an verschiedenen Stellen den Fleisch- und Fettgehalt. Das Tier lässt die Prozedur ruhig über sich ergehen. Vom Grillstand weht ein schwacher Bratwurstgeruch herüber.

Die Besucher an der AMA geniessen die Gelegenheit, Produkte anfassen oder gleich ausprobieren zu können. Das meinte Landammann Urs Hofmann, als er an der Eröffnungsrede sagte, dass Messen trotz der Digitalisierung Hochkonjunktur hätten. Die Süsse eines Honigsenfs oder die Bitterkeit eines Artischockensafts kann beim Onlineshopping einfach nicht vermittelt werden.

Auf dem Weg in die Halle führt der Weg an einem blubbernden Whirlpool vorbei, einige Passanten lassen die Hand ins warme Wasser gleiten. Eine Überflutung der Sinne erwartet die Besucher in der Halle. Der Brezelofen am Guetzlistand läuft auf Hochtouren, kaum einer kann dem Duft widerstehen. Das angebissene Gebäck noch in der Hand, tritt man am nächsten Stand in die heisse Wolke eines Dampfstaubsaugers. Schnell weiter.

Versuchungen an jeder Ecke

An unzähligen Weinständen werden die Vorbeigehenden zu einem Gläschen eingeladen. Die Besucher lassen sich Zeit beim Gang durch die Stände. Immer mehr Leute füllen die Hallen, das Stimmengewirr wird immer lauter. Die Flucht in eine Hörtestbox scheint eine geeignete Lösung zu sein, doch die Stimme der Dame am Lottostand nebenan ist selbst durch die geschlossene Tür und die Kopfhörer noch hörbar.

Wieder im Getümmel ist es schwierig, nicht der nächsten Versuchung zu folgen. Am Stand eines Küchenherstellers steht eine Pfanne mit Hackbällchen auf dem Herd. Gespannt lauschen die Anwesenden den Erläuterungen des Mannes hinter der Theke. Oder sie warten nur auf die Verteilung der Hackbällchen. Wer seine Sinne an der AMA auf Probe stellen will, kann das noch bis Sonntag nachholen.