Aarau
An den Abenden wird die Altstadt zum EM-Stadion

Jubel aus allen Ecken bei den EM-Spielen. In der Rathausgasse in Aarau wähnt man sich Abend für Abend akustisch im Stadion. Von allen Seiten hört man die Spiele. Je näher der Final rückt, desto lauter wird die EM.

Daniel Vizentini
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In der Garage hingegen schlugen die Herzen für Frankreich
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Im spanischen Restaurant Sevilla an der Kirchgasse freuten sich alle über das 2x0
In der Kettenbrücke schauen sich Mitarbeiter und Spieler des FC Aarau den EM-Spitzenkampf an
Beim Opium konnte man zum Spiel gemütlich Shisha rauchen
Die Bar Scalo an der Rathausgasse lockte einige Spanien-Fans an
Public Viewing zieht in Aarau viele Fans an

In der Garage hingegen schlugen die Herzen für Frankreich

Daniel Vizentini

Als Spanien das zweite Tor schiesst, herrsch im Restaurant Sevilla an der Kirchgasse Freudentaumel. In der Bar Garage nebenan hingegen: Ernüchterung und Stille. «Ich glaube, hier sind alle für Frankreich», sagt eine Frau.

An der diesjährigen Fussball-Europameisterschaft gibt es fast nirgends ein offizielles Public Viewing. Dank den vielen Beizen ist auch keines nötig. Ob sich die Zuschauer aber draussen auf den Gassen oder in den Bars und Clubs die Spiele anschauen, entscheidet Petrus. «Bei Regen wären bestimmt viele Leute hier in der Kettenbrücke», sagt Stefanie Weber vom Schweizer Radio und Fernsehen.

Im Aarauer Club war vor dem EM-Spitzenspiel ein Podium mit Fernsehmoderator Paddy Kälin und sechs Spielern des FC Aarau geplant. Da keine Zuschauer erscheinen, machen es sich nur die Organisatoren und Exponenten des FC Aarau im Saal der Kettenbrücke vor der Grossleinwand gemütlich.

Draussen in der Gartenbeiz des Opiums sind alle Tische und Stühle besetzt, die Stimmung ist entspannt. Sie Zuschauer nippen an ihren Gläsern, nehmen hie und da einen Zug von der Shisha. Erst das 1:0 für Spanien heizt die Emotionen an. Vor den Bars 3. Stock und Scalo in der Kronengasse stehen Zuschauer mit Bier- oder Weingläsern vor den Bildschirmen. «Ich komme aus Barcelona. Für mich ist klar, dass Spanien gewinnt», sagt ein Mann im rot-gelben Trikot.

Auch zwei junge Männer gehen von einem Sieg Spaniens aus – obwohl sie für Frankreich «fänen». «Es ist viel lustiger, sich die Spiele draussen anzuschauen. Die Leute schreien auf, wenn etwas passiert», sagt einer der beiden. Neben ihnen stehen drei junge Frauen und sagen: «Ja, auch Frauen schauen Fussball.»