Der Aargauische Rennverein steht vor den beiden pferdesportlichen Höhepunkten der Saison. Am Sonntag, 1. September, gelangt die 65. Meisterschaft der Traber zur Austragung, am 8. September messen sich die besten Steepler im Grossen Preis der Schweiz. «Wir rechnen nach den Anmeldungen für sämtliche Rennen mit schönen Feldern, sowohl bei den Galoppern als auch bei den Trabern», freut sich Karin Gloor, ARV-Geschäftsführerin und Rennchefin.

Die (inoffizielle) Kür des national besten Jagdpferdes erfolgt über den sogenannten Hasse-Kurs, der nach dem «Erfinder» des Parcours, Rittmeister Werner Hasse, benannt ist. Der Deutsche war der erste professionelle Sekretär des Aargauischen Rennvereins, ehe er Aarau 1961 in Richtung Hamburg verliess. Dass die Beziehungen zur Kantonshauptstadt nicht abgebrochen sind, beweist die Tatsache, dass die beiden Hasse-Töchter Ellen und Harriet am diesjährigen Maienzug teilgenommen haben und sich über das Treffen mit alten Schulkameradinnen und -kameraden herzlich freuten.

Kostenloser Renntag

An beiden Renntagen wird dem Publikum die ganze Turfpalette geboten, also Events in den Sparten Flach, Hürden, Jagd und Cross-Country. Das Cross kreuz und quer durch die idyllische Bahn in der Auenlandschaft des Schachens bildet jeweils den würdigen Abschluss der Aarauer Renntage. Apropos Schluss: Mit einem solchen Cross-Rennen verabschiedet sich am 8. September auch Hans «Hausi» Schneider vom Gasthof zum Schützen in Aarau auf seine besondere Art von seiner Funktion als Rennbahnwirt. Für den musikalischen «Zapfenstreich» sorgt die Musikgesellschaft Asp.

Die Traber messen sich nicht nur in der inoffiziellen Schweizermeisterschaft, sondern auch in fünf weiteren Events, darunter der Steherpreis der Stadt Aarau mit einer Dotation von 15'000 Franken. Die gleiche Summe sponsert auch der Kanton Aargau im 7. Herbst-Grand-Prix. Bereits zum zweiten Mal an der Aare zu Gast ist der traditionsreiche The St. Leger Club of Lucerne (mit einem Jagdrennen), weil die Leuchtenstädter über keine eigene Rennbahn mehr verfügen und Aarau als Alternative entdeckt haben.

Gern gesehener Sponsor im Schachen ist auch die Kantonsspital Aarau AG mit einem Flachrennen. Mit grösserer Kelle richtet die Hirslanden Klinik Aarau an, die im Rahmen ihres 25-jährigen Wirkens gleich einen ganzen Renntag finanziert. Das heisst, dass am «Hirslanden-Tag» vom 8. September sämtliche Zuschauer gratis an die Aarauer Pferderennen gehen dürfen. Zudem werden 10'000 Wettgutscheine à 2 Franken an das Publikum verteilt.

Jetzt ist auch Pfisterer am Start

Die spannenden Aarauer Wahlen werfen ihre Schatten auch pferdesportlich voraus. Seit vier Jahren offerieren die «Freundinnen und Freunde der Aarauer Pferderennbahn» ein Flachrennen, wobei als Initiantin dieser Aktion Jolanda Urech die Hand im Spiel hat, eine der drei Kandidaten für das Stadtpräsidium also. Das Wahlteam eines anderen Anwärters, nämlich jenes von Lukas Pfisterer, zeichnet nun ebenfalls für ein Traberevent verantwortlich. Wer politisch die Nase vorn hat, entscheidet sich aber erst am 22. September.