Aarau

Am traditionellen Aarauer Jodlerabend ist auch ein Juuz zu hören

Ehrenpräsident Moritz Hunziker: «Wenn ein 50-Jähriger in den Verein eintritt, ist er ein Junger.»

Ehrenpräsident Moritz Hunziker: «Wenn ein 50-Jähriger in den Verein eintritt, ist er ein Junger.»

Der Jodlerabend des Aarauer Jodlerklubs hat Tradition. Seit der Gründung vor mehr als 80 Jahren wird er durchgeführt. Am Samstag, 7. März, ist es wieder soweit.

Moritz Hunziker, Präsident des Jodlerklubs, ist es wichtig, am Jodlerabend ein abwechslungsreiches Programm anbieten zu können. So wird eine Formation aus der Innerschweiz auftreten, die den Schwyzer Naturjuuz aufführt. «Der Juuz ist eine urchige Gesangsform, die in unserer Region nicht praktiziert wird», erklärt er.

Auch für eine Altersdurchmischung ist gesorgt. Die vier «Meedle» aus dem Appenzell sind alle 13 oder jünger und haben bei der Fernsehshow Alperösli mit einer volkstümlichen Interpretation des Hits «Schwan» von Gölä bereits ihr Talent unter Beweis gestellt.

Junge Stimmen willkommen

An jungen Stimmen ist auch der Jodlerklub Aarau interessiert, doch diese Suche gestaltet sich äusserst schwierig. «Wenn ein 50-Jähriger in den Verein eintritt, ist er ein Junger», meint Hunziker halb betrübt, halb belustigt.

Das Durchschnittsalter im Verein beträgt über 60 Jahre. Auch Dirigenten sind nicht einfach zu finden. Doch da hatte der Verein Glück. Dirigentin Erika Wild ist eine erfahrene Jodlerin und nimmt jede Woche den Weg aus dem Zürcher Unterland auf sich, um mit dem Verein zu proben. Neben der Dirigentin singen noch vier andere Frauen mit. Weibliche Stimmen im Jodel sind keine Selbstverständlichkeit.

Jodlervereine aus der Innerschweiz und dem Appenzell sind traditionell Männervereine. «Auch der Jodlerklub Aarau war zunächst eine reine Männerangelegenheit», sagt Hunziker. Doch im Gegensatz zu ihren Kollegen in den Bergregionen hatten die Aarauer Mühe, auch die höheren Tonlagen abzudecken und so öffneten sich die Tore des Jodlerklubs auch für Frauen.

Woran es liegt, dass die Aarauer nicht ganz so hoch singen können, weiss Hunziker nicht. «Vielleicht an unserem kalkhaltigen Wasser», sagt er mit einem Schmunzeln.

Schnell aus dem Gleichgewicht

Damit der Jodlerklub funktionieren kann, braucht es für jede der vier Stimmen mindestens zwei bis drei Sänger. Momentan ist dies gewährleistet, doch es braucht nicht viel, um diese Formation aus dem Gleichgewicht zu bringen. «In den letzten Jahren hatte der Klub mehrere Dirigentenwechsel, nicht selten benutzten dann auch ein paar Sänger den Zeitpunkt, um aus dem Verein auszutreten», sagt Hunziker. Der Jodklerklub Aarau ist deshalb froh um jeden Sänger.

Die Mitglieder des Jodlerklubs geniessen nicht nur das gemeinsame Singen, auch abseits der Bühne herrscht Harmonie. Hunziker betont die grosse Bedeutung der Kameradschaft im Verein. «Gerade in einem kleinen Verein ist es wichtig, dass der Zusammenhalt stimmt. Nur so können wir auch zusammenarbeiten.» Die Harmonie stärken die Jodler beim gemeinsamen Wandern oder Eiertütschen.

Jodlerabend: Samstag, 7. März, 19.30 Uhr, Kultur- und Kongresshaus, Saalöffnung 18 Uhr. Vorverkauf: aarau info.

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