Aarau
Am Telliring fallen erneut ein paar mächtige Bäume

Im Rahmen des Baumpflegekonzepts der Stadt Aarau wird in den nächsten Wochen die Motorsäge angesetzt. Als erstes sollen am Telliring weitere acht Linden fallen.

Toni Widmer
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Carmen Hitz und Siegfried Peier unter jenen Linden im Telliring, die im Laufe der nächsten Wochen gefällt werden. Toni Widmer

Carmen Hitz und Siegfried Peier unter jenen Linden im Telliring, die im Laufe der nächsten Wochen gefällt werden. Toni Widmer

Die Stadt Aarau hat vor 5 Jahren den ganzen Baumbestand auf dem öffentlichen Grund statistisch erfasst und nach ihrem Zustand beurteilt. Seither werden im Rahmen einer periodischen Verjüngungsaktion jeweils zu Beginn des Winters eine gewisse Anzahl Bäume gefällt und durch jüngere ersetzt.

Die Motorsäge muss dabei jedes Mal auch bei einigen besonders markanten Bäumen angesetzt werden. Dieses Jahr unter anderem wiederum am Telliring, wo bereits ein grosser Teil der vor rund 200 Jahren gepflanzten Winterlinden ersetzt worden ist. Laut Stadtgärtner Siegfried Peier geht es darum, den ursprünglichen Zustand der Telliring-Allee möglichst originalgetreu wieder herzustellen. Die beiden Eingangsportale am Zickzackweg sowie an der Tellistrasse im Osten bleiben aber vorderhand erhalten. Dazwischen werden in den nächsten Wochen acht Winterlinden und ein Spitzahorn gefällt; mächtige, gegen 200 Jahre alte Bäume mit Stammumfängen von bis zu 2,8 Metern.

Neu gepflanzt werden allerdings ein paar Bäume mehr: «Bei früheren Fällaktionen sind nicht alle Bäume ersetzt worden. Jetzt stellen wir den Verlauf der Allee überall wieder her», erklärte Carmen Hitz von der Umweltfachstelle im Stadtbauamt.

Am Telliring wird bereits ab dem nächsten Montag geholzt und gleichzeitig auch etwas oberhalb am Balänenweg: «Wir fällen dort im Auftrag der Ortsbürger ebenfalls ein paar Bäume und im Zuge der Erneuerung dieser Lindenallee», sagte Hitz.

Die alten Linden am Telliring sind ein beliebter Lebensraum der gefährdeten Fledermausart «Grosser Abendsegler». Die Fällarbeiten werden deshalb vom kantonalen Fledermausbeauftragten Andres Beck begleitet, damit vor Ort geeignete Schutz-und Ersatzmassnahmen eingeleitet werden können. Laut Carmen Hitz werde versucht, obdachlos werdende Fledermäuse in Nistkästen umzusiedeln.

Insgesamt werden in der nächsten Woche sowie zu Beginn des nächsten Jahres von Fachleuten des Werkhofs und des Forstamtes sowie allenfalls zugezogenen Spezialisten 21 Bäume gefällt. Neben den erwähnten Linden am Telliring auch drei Bäume auf dem Areal des Altersheims Hérose, drei Traubenkirschen an der Mühlemattstrasse, eine weitere grosse Linde an der Schachenstrasse, zwei Silberweiden im Aareraum West, eine Hainbuche in der Rütti sowie eine Rottanne an der Aurorastrasse.

Ausser der Rottanne an der Aurorastrasse, wo wegen des laufenden Rüchligneubaus noch keine Pflanzung erfolgen kann, sowie an der Mühlemattstrasse, wo der Bestand ohnehin zu dicht ist, werden überall umgehend neue Bäume gepflanzt.

Laut Siegfried Peier und Carmen Hitz hat sich der jährliche Ersatz mittlerweile bei 20 bis 30 Bäumen eingependelt. «Ungefähr so viele werden wir aber auch weiterhin jährlich fällen müssen, um den Bestand der gegen 3000 Stadtbäume gesund zu erhalten.»