Densbüren
Am meisten Schulden pro Einwohner im Aargau: «Wir haben ein strukturelles Problem»

In der letztjährigen Gemeindefinanzstatistik galt Zuzgen als die höchstverschuldete Gemeinde. Zuzgen hat sich seither deutlich verbessert. Stattdessen hat jetzt Densbüren im Bezirk Aarau diesen verständlicherweise unerwünschten Pokal.

Merken
Drucken
Teilen
Gemeindeammann Roger Meyer, im Hintergrund Densbüren. Sandra Ardizzone

Gemeindeammann Roger Meyer, im Hintergrund Densbüren. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Der Kanton stuft die Verschuldung der Gemeinde von 5600 Franken pro Einwohner als «sehr hoch» ein. Gemeindeammann Roger Meyer weiss um die Problematik: «Wir haben ein strukturelles Problem. Wir haben eine sehr grosse Gemeindefläche, grösser als Aarau. Aber wir haben nur knapp 700 Einwohner.» Man versuche nach bestem Wissen und Gewissen, die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Die Steuerkraft sei aber tief. So leiste man sich seit je wirklich nur, was unbedingt nötig ist, betont der Gemeindeammann.

Dabei liegt Densbüren wunderschön sanft eingebettet in der südlichsten Jurakette, die Natur liege vor der Türe, man sei sehr familienfreundlich, betont Meyer. Vom Aussichtspunkt Asper Strihe geniesst man die Aussicht in nordwestlicher Richtung über Oberhof/Wölflinswil Richtung Basel bis zu den Vogesen. In südwestlicher Richtung geht der Blick über das Suhrental zu den Berner Alpen.

Von Densbüren ist man zudem in zehn Minuten in Aarau oder in Frick, wirbt Meyer für seine Gemeinde. Doch Aarauer zügelten Richtung Norden vielleicht nach Küttigen, bisher aber nicht weiter bis Densbüren. Wer von Norden her Richtung Staffelegg zügelt, tue das bis Herznach, aber leider bisher nicht nach Densbüren, bedauert Meyer. Dabei hat Densbüren noch Landreserven, die Preise wären günstig und man wäre froh um Zuzüger. So könnte man die hohen Kosten für das grosse Strassennetz und die ganze Infrastruktur besser tragen. Die Gemeinde habe zwar «keine extrem grossen Probleme, aber wir kommen finanziell nie auf einen grünen Zweig», seufzt Meyer.

Kantonsstrasse macht Bauchweh

Dass die Kantonsstrasse 2018 erneuert wird, löst beim Gemeindeammann auch nicht nur Freude aus: «40 Prozent der Kosten müssen nämlich gemäss geltender Regelung wir tragen. Das wird uns sehr weh tun.» Nicht einmal der sich abzeichnende neue Finanzausgleich, der voraussichtlich schon im März im Grossen Rat in die zweite Lesung kommt und ab 2017 gelten soll, ist für die Gemeinde ein Lichtblick. Meyer: «Wenn er kommt, verlieren wir rund 100 000 Franken jährlich an Einnahmen.»