Die Kinder der Klasse 4a werfen sich in der Turnhalle des Schulhaus Stock lachend auf den Boden. Soeben hat Theaterpädagogin Nadia Schwendener leibhaft vorgeführt, wie sich eine «Couch-Potato», auf dem Sofa zu räkeln hat, damit ihre Faulheit auch so richtig rüberkommt «Wende dich ab! Stöhne! Gähne! Zeig den Zuschauern, dass alles ausser Fernsehen für dich überhaupt nicht infrage kommt», sagt Schwendener zu Jerimo, der auch am Jugendfest am Samstag den 1. Juli 2017 die Couch-Potato spielt.

Sich so zu exponieren, ist den kleinen Nachwuchsschauspielern ein wenig peinlich. Bis zur Aufführung haben sie noch Zeit, die Hemmungen abzulegen. Dann hat nicht nur die 4a ihre grosse Show. Sämtliche Klassen vom Kindergarten bis zur Oberstufe treten am Jugendfest-Samstag mit eigenen Tanz- und Theaterkreationen auf. In der dritten Etappe des 2015 gestarteten Schul-Projekts Tanz und Theater haben über 550 Kinder seit Mitte Mai Sketche und Tänze aller Art fürs Jugendfest entworfen und geprobt.

Alles auf Englisch

«Chants and Stories» heisst das komplett in englischer Sprache gehaltene Stück, das Klassenlehrer Markus Hintermann mit seiner 4a geschrieben hat. «Als klar war, dass das englische Stück mit zwei Tänzen kombiniert wird, war die Fremdsprache kein Problem mehr für die Schüler. Im Gegenteil, sie waren begeistert», sagt Hintermann. Für die Tanzchoreografie zählte der Klassenlehrer auf die Hilfe von Tanzpädagogin Michal Berger. Wie Schwendener besucht auch Berger in regelmässigen Abständen alle Klassen, um Inputs aller Art zu geben. «So viele unterschiedliche Stimmungen habe ich selten erlebt», sagt Schwendener nach der Probe der 4a und eilt sofort weiter zur nächsten Klasse. Ihr Rat ist überall gefragt.

Die Bühnenstücke der Jugendlichen sind auch das Fest-Highlight von Jugendfestkommissionspräsident und Gemeinderat Thomas Kaspar. «Ich freue mich auf die vielen Vorführungen. Das ist etwas Neues. Ich finde, man muss nicht immer das Gleiche machen», sagt Kaspar. Auch auf den Umzug und das Bankett freut sich der Gemeinderat. «Am Bankett trifft man immer Leute, die man lange nicht gesehen hat und kann ein bisschen plaudern», sagt Kaspar. Damit er am Sonntag mit einem Lächeln ins Bett fällt, wünscht er sich vor allem ein unfallfreies Fest und gutes Wetter.

Drei Feste an drei Tagen

Das Festwochenende steht in diesem Jahr unter dem Motto: 150 Jahre Musikgesellschaft Küttigen. Am Freitagabend findet der Festakt zum Jubiläum statt, ehe das Jugendfest am Samstag um 7 Uhr mit dem Einschiessen beginnt. Ab 10.30 Uhr hat dann gut die Hälfte aller Oberstufenschüler an der Morgenfeier ihren grossen Auftritt. Nach der Ansprache durch Kaspar folgt die 40-minütige Grossproduktion zum Thema «bin ich meine Grenze». Das Tänzer-Ehepaar Judith und Christian Koch-Ogou hat die Tanzproduktion mit 57 freiwilligen Tanzenden aus der Oberstufe konzipiert und einstudiert. Getanzt wird unter anderem zu Songs von Aargauer Musikern, wie Seven, Adrian Stern und DJ Bobo.

Der Nachmittag gehört dann den Jüngeren und dem «Festival Dorf». Ob im Spittel, auf dem Festgelände, im Turnhallenschulhaus, im neuen Schulhaus oder im Festzelt, überall gibt es Theater und Tänze zu bestaunen. Die 4a ist mit ihrem Stück gleich zu Beginn um 14 Uhr im Spittel an der Reihe. Erst um 17 Uhr enden die letzten Aufführungen der Jugendlichen. Bis tief in die Nacht kann dann noch in der Disco im Schulzimmer oder im alten Gemeindehaus weitergetanzt werden, ehe die nächste kurze Nacht folgt.

Denn am Sonntag geht das Küttiger Festwochenende mit dem Aargauischen Jugendmusiktag in die dritte Etappe. Dann treffen sich im Juradorf zahlreiche Aargauer Jugendspiele zum friedlichen Wettkampf. Ab 9.15 Uhr steigen in der Mehrzweckhalle die ersten Konzertvorträge. Am Nachmittag folgen ein Workshop und zum Abschluss der Paradewettbewerb. Erst nach dem Festakt kehrt gegen 19 Uhr wieder etwas Ruhe in Küttigen ein.

Das detaillierte Festprogramm finden Sie hier: