Auf dem Aarauer Stadtgebiet stehen 15 Swisscom-Telefonkabinen: beim Pestalozzi-Schulhaus, beim Kantonsspital, bei der Post, im Kasinopark, im Schachen und zwei bei der Post in der Telli. Die restlichen acht Kabinen befinden sich am Bahnhof, in der Einsteinpassage stehen sogar gleich vier nebeneinander. Sauber und einladend, aber leer.

Nur kurz wirft ein Mann einen Blick in die Kabine, eilt aber gleich weiter. Vielleicht hat er etwas liegen gelassen. Die Angestellte des Imbiss-Ladens vis-à-vis meint, sie sehe nur ganz selten jemanden in den Kabinen telefonieren. Und die Kioskverkäuferin sagt, sie verkaufe pro Tag im Schnitt nur ein bis zwei Telefonkarten. Sind also vier Telefonkabinen direkt nebeneinander noch zeitgemäss?

Keine Angaben zur Nutzung

Ja, meint Swisscom-Mediensprecher Konrad Merz: «Die besten Standorte sind dort, wo sich viele Menschen aufhalten. Bahnhöfe liegen zentral und werden von den drei relevanten Kundengruppen für Publifone frequentiert.»

Die drei relevanten Kundengruppen sind zum einen die preisbewussten Personen, die ins Ausland telefonieren, zum anderen Touristen und sogenannte «Notfall»-Nutzer. Notfälle wie beispielsweise ein leerer Akku oder ein aufgebrauchtes Guthaben.

Betreffend der Nutzung der einzelnen Telefonkabinen macht die Swisscom keine Angaben. Die 15 Aarauer Publifone scheinen aber zu rentieren, ein Abbau ist laut Merz nicht geplant.

Schliessen kann die Swisscom die Kabinen sowieso nicht einfach: Ein Grossteil der Kabinen gehört zur Grundversorgung, für einen Abbau dieser Pflichtkabinen benötigt die Swisscom das Einverständnis der Gemeinde und die Bewilligung der Eidgenössischen Kommunikationskommission ComCom.