Aarau
Am Bahnhof getroffen: «Wir sind Schweizermeister im Hip-Hop»

Wohin sind Sie unterwegs? Die AZ hat zwei Tanzlehrer am Bahnhof Aarau getroffen.

Kim Wyttenbach
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Selina Meier/Michael Peier

Selina Meier/Michael Peier

Kim Wyttenbach

Michael Peier: «Wir sind auf dem Weg nach Solothurn. Dort haben wir eine Tanzschule namens ‹Tanzkeller›. Rund 100 Kinder und Erwachsene besuchen unsere Tanzschule. Wir bieten urbane Tanzstile an: Hip-Hop, Breakdance und Afro Beat. Insgesamt sind wir vier Tanzlehrer. Ich unterrichte Hip-Hop. Unsere jüngste Schülerin ist fünf Jahre alt.

Es ist toll, den Kindern eine Plattform zu bieten, auf der sie sich austoben und ihre Leidenschaft fürs Tanzen ausleben können. Wir haben auch einen ü30-Kurs. Dieser wird von vielen Mamis besucht, die nicht mehr nur ihren Kindern beim Tanzen zusehen, sondern selber tanzen, wollten. Die älteste Teilnehmerin ist 52 Jahre alt.

Der Breakdance Kurs wird vermehrt von Jungs besucht; im Hip-Hop Kurs hat es mehr Mädchen. Ich bin über die Musik zum Hip-Hop-Tanzen gelangt. Nachdem ich mit 18 Jahren mein Elternhaus verliess, wohnte ich bei meinem Tanzlehrer in Aarau. Er hatte eine Tanzschule in Aarau und Solothurn.

In Solothurn durfte ich ein Praktikum machen, und danach arbeitete ich drei Jahre lang als Tanzlehrer in Aarau. Als sich mein Tanzlehrer dann entschied, den ‹Tanzkeller› in Solothurn zu schliessen, übernahmen wir die Tanzschule: Wir kannten die Leute und konnten die Kunden übernehmen – zudem wollten wir nicht, dass die Hip-Hop Kultur aus Solothurn verschwindet. Im Gegensatz zu Zürich, Basel oder Bern läuft in Solothurn nicht sehr viel.»

Selina Meier: «Ich habe bereits mit vier Jahren getanzt und bin vom Ballett übers Jazz zum Hip-Hop gekommen. Ich unterrichte Afro Dance im ‹Tanzkeller›. Zudem sind Michael und ich auch Teil der Showgruppe ‹Rock da Shi*t›. Wir sind amtierende Schweizer Meister im Hip-Hop. Neben dem Tanzen arbeiten wir beide noch 50 Prozent in unseren gelernten Berufen: ich als Hochbauzeichnerin und Michael als Fitnessinstruktor. Leider können wir nicht von der Tanzschule alleine leben und schon gar nicht als Mitglieder einer Tanzgruppe oder als Solokünstler. Es ist aber unser Traum die Tanzschule zu vergrössern und vielleicht auch eine Tanzschule in Aarau zu eröffnen.»