Das Buchser Alterszentrum Suhrhard, heute bestehend aus Pflegeheim und Alterssiedlung, könnte um einen Neubau für betreutes Wohnen ergänzt werden. Dass diese Möglichkeit besteht und weiterverfolgt wird, hat der Verwaltungsrat kürzlich bekannt gegeben. Sicher sei aber noch gar nichts – das betont Monika Fehlmann, Verwaltungsratspräsidentin der Alterszentrum Suhrhard AG, auf Anfrage der AZ. Doch immerhin konnte der Verwaltungsrat den Bewohnern der Alterssiedlung nun mitteilen, dass für sie praktisch alles beim Alten bleibt.

Rückblick: Im Sommer 2017 herrschte Aufregung unter den Bewohnern der 43 Wohnungen in der Alterssiedlung. Diese sind vergleichsweise kostengünstig. Dienstleistungen des Pflegeheims können «à la carte», also nach Bedarf bezogen werden. Es gibt nur wenige inkludierte Leistungen in Form einer Grundpauschale: Je nach aktuellem Gesundheitszustand können die weitgehend selbstständig lebenden Bewohner also viele zusätzliche Dienstleistungen oder praktisch gar keine beziehen.

In der Aktionärsstrategie 2017–2021 der Alterszentrum Suhrhard AG wurde jedoch festgelegt, dass künftig betreutes Wohnen mit erweiterten Dienstleistungen angeboten werden soll. Das ist ein Angebot zwischen selbstständigem Wohnen und dem Pflegeheim, geeignet für Personen der Pflegestufe 0 bis 3.

Zunächst war hierfür die Alterssiedlung vorgesehen, die dazu komplett saniert werden sollte. Deren Bewohner fürchteten deshalb nicht nur, während der Sanierung ihr Zuhause zu verlieren, sondern künftig zwangsweise mehr bezahlen zu müssen, weil beim betreuten Wohnen mehr Dienstleistungen inkludiert sind.

Doch nun gibt der Verwaltungsrat in seinem Brief bekannt: In der Alterssiedlung wird es aller Voraussicht nach kein betreutes Wohnen geben. Abklärungen hätten gezeigt, schrieb der Verwaltungsrat im Brief an die Bewohner, «dass die bestehende Gebäudestruktur und -substanz einen grossen Sanierungsaufwand erfordert, ohne dass eine zweckmässige Lösung für das betreute Wohnen resultiert». Man werde darauf verzichten, die Alterssiedlung im grossen Stil zu sanieren und umzunutzen, es würden nur die laufend notwendigen Massnahmen für den Gebäudeunterhalt getroffen. «Damit stehen Ihnen weiterhin kostengünstige Wohnungen mit den bestehenden Basisdienstleistungen zur Verfügung.»

Was passiert mit dem Spittel?

Der Verwaltungsrat hält indes weiterhin am Grundsatzentscheid fest, künftig betreutes Wohnen anbieten zu wollen. Dieses sei «im Vergleich zum Aufenthalt in einem Pflegeheim auch in finanzieller Hinsicht vorteilhaft», schreibt er. Der Verwaltungsrat erachte es als sinnvoll, das Angebot im Alterszentrum Suhrhard entsprechend zu erweitern.

Auf Vorschlag des Gemeinderats Buchs hat der Verwaltungsrat mittlerweile Abklärungen für die Erstellung eines Neubaus für das betreute Wohnen getroffen. «Die von Gemeinderat und Verwaltungsrat gemeinsam in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zeigt, dass mit Neubauten sowohl für das betreute Wohnen als auch für weitere Alterswohnungen zweckmässige Lösungen möglich sind, die eine gute Lebens- und Wohnqualität im Alter bieten.» Der Neubau würde im Dreieck zwischen Spittel, Alterszentrum und Alterssiedlung zu stehen kommen. Das Land gehört der Gemeinde Buchs. Über die Modalitäten (Abgabe im Baurecht, Landverkauf etc.) seien noch keine Beschlüsse gefasst worden, sagt Verwaltungsratspräsidentin Fehlmann.

Unklar ist auch noch, wie es mit dem Spittel weitergeht. Das baufällige Gebäude gehört der Einwohnergemeinde Buchs. Der angedachte Neubau der Alterszentrum Suhrhard AG reicht nur bis an den Spittel heran, tangiert diesen aber nicht. Die getroffenen Abklärungen hätten jedoch auch «die Erstellung von zusätzlichen Alterswohnungen durch die Ortsbürgergemeinde oder einen anderen Investor» umfasst, heisst es im Schreiben an die Alterssiedlungs-Bewohner. Der Entscheid über die Zukunft des Spittels liege aber rein bei den Ortsbürgern, betont Monika Fehlmann.

In den nächsten Monaten werde das Projekt nun weiterverfolgt. Der Verwaltungsrat rechnet mit Ergebnissen bis Ende 2019. Involviert sind neben den Ortsbürgern und dem Gemeinderat Buchs auch Vertreter der Stadt Aarau und des Vereins Alterszentrum Suhrhard als weitere Aktionäre.