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Der Schachen-Schwinget findet ohne Zuschauer statt – der Austragungsort bleibt ein Geheimnis

«Stell dir vor, es findet ein Schwingfest statt, und niemand schaut zu.» Der Schachen-Schwinget des Schwingklubs (SK) Aarau und Umgebung an diesem Sonntag muss ohne Zuschauer stattfinden.

Wolfgang Rytz
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Matthäus Huber, Präsident des Schwingklubs Aarau

Matthäus Huber, Präsident des Schwingklubs Aarau

Pascale Alpiger / Aargauer Zeitung

«Stell dir vor, es findet ein Schwingfest statt, und niemand schaut zu.» Was vor zwei Jahren noch als schlechter Schweizer Scherz gegolten hätte, wird in Coronazeiten wahr. Der Schachen-Schwinget des Schwingklubs (SK) Aarau und Umgebung an diesem Sonntag muss ohne Zuschauer stattfinden.

Noch schlimmer: Präsident Matthäus Huber hat aufgrund des Schutzkonzeptes und der behördlichen Anordnungen veranlasst, dass der Austragungsort geheim gehalten werden muss. Weil die «Gefahr» von unerwünschten Zuschauern auf dem Rasenplatz bei der Aarauer Schachenhalle zu gross gewesen wäre, suchte und fand der SK Aarau einen besser geeigneten Ort für den Anlass. Ursprünglich verkündete die Website des Vereins Küttigen als Durchführungsort. Nun sagt aber Huber: «Wir geben den neuen Platz nicht bekannt. Zutreffend ist, dass wir eine geeignete Infrastruktur ennet der Aare gefunden haben.»

Erwartet werden 160 Nachwuchsschwinger

Auch das traditionelle Konzept mit Aktiven und Jungschwingern musste den aktuellen Begebenheiten angepasst werden. Antreten dürfen nur Nachwuchsschwinger bis 20 Jahre, aufgeteilt in sechs Alterskategorien. Zirka 160 junge Sägemehlathleten aus dem Teilverband Nordwestschweiz und einige Gäste vom Schwingerverband am Rigi kämpfen um den begehrten Eichenzweig. Dazu brauchts eine Rangierung im vordersten Ranglistendrittel. Das Anschwingen auf einem Sägemehlquadrat von 16 auf 16 Metern beginnt um 9 Uhr. Der Wettkampf dauert ohne Unterbruch gegen acht Stunden. «Wir sollten mit den Schlussgängen um 17 Uhr fertig sein.», hofft Präsident Huber.

Alle Schwinger benötigen negativen Coronatest

Alle Schwinger müssen einen aktuellen negativen Coronatest vorweisen. Die möglichen 100 Zuschauer bei öffentlichen Anlässen entfallen, weil bereits die nötigen Helfer, Betreuer und Kampfrichter sowie einzelne Medienleute diese Zahl ergeben. «Deshalb ist der Durchführungsort geheim; und wir werden überwachen, dass keine Zuschauer hinzukommen», erklärt Matthäus Huber. «Das tut uns für alle Schwingerfreunde leid. Aber es ist die einzige Möglichkeit, damit wir wenigstens dem Nachwuchs einen Wettkampf bieten können.»

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