Buchs
Alte Wehranlagen an der Suhre sollen weichen

Für drei alte Wehre in der Suhre soll der kommunale Schutz aufgehoben werden. An den Standorten sind Kleinwasserkraftwerke geplant.

Hubert Keller
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Bei der Wehrschwelle Stampfi ist ein Kleinwasserkraftwerk geplant.

Bei der Wehrschwelle Stampfi ist ein Kleinwasserkraftwerk geplant.

Hubert Keller

Die IBAarau Kraftwerk AG plant an der Suhre sechs Kleinwasserkraftwerke. Davon sind vier an den Standorten Suhrenmatte, Stampfi, Lochergrien und Siebemättli in Buchs vorgesehen. Drei tangieren ehemalige Wehre, die für die Industrie- und Landwirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts grosse Bedeutung haben. Sie stehen nicht unter kantonalem Denkmalschutz. Als schützenswert hat sie aber die Gemeinde eingestuft und im Nutzungsplan entsprechend deklariert.

Für die Kleinwasserkraftwerke müssen drei der alten Wehranlagen abgebrochen werden. Dies bedeutet, dass mit einer Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung der Schutz der alten Wehranlagen Locherwuhr, Stampfiwuhr und Suhrenmattwuhr aufgehoben werden soll. Noch bis zum 13. Juli liegen die entsprechenden Dokumente und Pläne öffentlich auf.

Verantwortung bei der Gemeinde

In seinem Bericht hält der Kanton fest, dass der Abbruch in der Verantwortung der Gemeinde liege. Das Projekt stimme aber mit dem kantonalen Richtplan überein. Es berücksichtige den Planungsgrundsatz, wonach «die Nutzung des vorhandenen Potenzials an Kleinwasserkraft zweckmässig» sein soll. Der Kanton empfiehlt jedoch, dass die Wehre vor dem Abbruch professionell dokumentiert werden. Aus denkmalschützerischer Sicht sei zudem anzustreben, die historischen Wehrstandorte als wichtige Zeitzeugen auf angemessene Weise zu erhalten. Dies könne erreicht werden, indem wichtige Elemente, wie zum Beispiel die Wehrbrücke mit Mittelpfeiler oder Teile des Verstellmechanismus’ erhalten werden. Die vorläufigen Bauprojekte sehen solche Massnahmen bis jetzt nicht vor.

Gleichzeitig mit dem Bau der Kleinwasserkraftwerke soll der Zustand der Suhre durch Ausgleichs- und Ergänzungsmassnahmen verbessert werden. Angestrebt wird, dass die Fische auf einer Länge von 33 Kilometern ungehindert den Bach rauf und runter schwimmen können.

Kein Hindernis für die Fische

Die alten Wehranlagen können die Fische nicht überwinden. Bei den neuen Kleinkraftwerken plant die IBAarau Umgehungsgewässer beziehungsweise sogenannte Schlitzpässe als Fischaufstiegshilfen. Statt Turbinen werden Wasserkraftschnecken eingesetzt, durch welche die Fische in Fliessrichtung das Hindernis problemlos überwinden können.

Der Abbruch der alten Wehranlagen und deren Ersatz durch Blockrampen war vor Jahren auf der Prioritätenliste des Kantons ganz oben, um für die Fische die Längsvernetzung der Suhre zu gewährleisten.

Mit der Energiewende wurde die Nutzung der Wasserkraft zum dominierenden Thema. Mit den kleinen Wasserkraftwerken lasse sich auf eine ökologische und nachhaltige Art Strom gewinnen, stellen die Projektverfasser des Badener Ingenieurbüros Scheidegger + Partner AG fest. «Standorte von alten Wehranlagen sind dafür besonders geeignet, da an diesen Stellen bereits grössere künstliche Gefälle vorhanden sind.»