Aarau

Alte Reithalle: Was die verspätete Eröffnung bedeutet

Die Inbetriebnahme der sanierten Alten Reithalle erfolgt frühestens im Mai 2021

Die Inbetriebnahme der sanierten Alten Reithalle erfolgt frühestens im Mai 2021

Die Sanierung des kantonalen Kulturhauses verzögert sich um mindestens ein halbes Jahr.

Es hatte sich abgezeichnet, ist jetzt aber offiziell bestätigt: Der Totalumbau des kantonalen Kulturhauses Alte Reithalle in Aarau verzögert sich derart, dass eine Inbetriebnahme frühestens im Mai 2021 – und nicht am 20. 10. 2020 – erfolgen kann.

Die Verantwortlichen arbeiten sogar an einem Plan B, der eine Inbetriebnahme erst im Herbst 2021 vorsieht – also mit einem Jahr Verspätung.

Fest seht: Weil im Winter 2020/21 die Alte Reithalle noch nicht bespielt werden kann, werden die Auftritte des Argovia Philharmonic und der klassischen Tourneetheater (heute Theatergemeinde) länger als geplant im Kultur- und Kongresshaus (KuK) stattfinden müssen.

Die Neusaurichtung des KuK zu mehr kommerziellen Veranstaltungen (bessere Rendite) wird sich um mindestens ein halbes Jahr verzögern – mit entsprechenden Mindereinnahmen.
Voller Optimismus fand am 25. Juni der Spatenstich für die 20,45 Millionen Franken teure Totalsanierung der Alten Reithalle statt.

Damals war zwar kurz darauf hingewiesen worden, dass es im Bereich der Baumeisterarbeiten eine Submissionsbeschwerde gebe. Doch diese sei aus Sicht der Baudelegation aussichtslos – was sich als Fehleinschätzung erwiesen hat.

Die Baumeisterarbeiten machen ein gutes Drittel der Gesamtsumme aus. Sie sind an die Firma Erne (Laufenburg) vergeben worden. Doch damit ist ein Konkurrent, der aus seiner Sicht eine günstigere Offerte eingereicht hat, nicht einverstanden.

Mittels einer Beschwerde hofft er, doch noch zum Zug zu kommen. Bemerkenswert daran ist, dass es sich um eines der grössten Bauunternehmen der Schweiz (ein ausserkantonales) handelt.

Das Verwaltungsgericht hat noch immer nicht über die Submissionsbeschwerde befunden. Tut es dies, ist dann auch noch ein Weiterzug seines Entscheids möglich – nach entsprechender Frist.

Im optimalen Fall wird man Mitte November einen rechtskräftigen Entscheid haben – wahrscheinlich erst später. Es werden also vorerst keine Bauarbeiter zum Einsatz gelangen. Die Verantwortlichen gehen aktuell nicht davon aus, dass die Verzögerungen für die Stadt zu grossen Mehrkosten führen werden.

Klar ist: Trotz der Zwangspause auf dem Bau wird der Fusionsprozess zwischen den verschiedenen Trägerorganisationen (Tuchlaube, Theatergemeinde, Fabrikpalast) fortgesetzt. Im Moment ist man am Suchen eines Namens.

Fest steht: Die unfreiwillige «Zwischensaison» 2020/21 wird bereits von der neuen Trägerschaft organisiert werden. Wunschtermin für die Eröffnung der Alten Reithalle wäre neu der Mai 2021. Dann gäbe es als ersten Grossanlass das internationale Zirkusfestival.
«Wir lassen uns den Spass nicht verderben», macht Tuchlaube-Leiter Peter-Jakob Kelting Mut.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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