Einfach nur zu Hause sitzen war nicht sein Ding. Hans Fellmann suchte stets neue Herausforderungen. So stiess er – obwohl einst gar kein «Isebähnler» – vor zwei Jahren zum Verein Furka-Bergstrecke Sektion Aargau. Seit März 2017 amtete er als Vereinspräsident. Zu seinen ersten präsidialen Aufgaben gehörte die Finanzierung der Wagenremise Realp. Eine solche war dringend nötig, denn im Winter versanken, oben auf der historischen Bergstrecke der Furka-Dampfbahn zwischen Realp im Urnerland und Oberwald im Goms, die Bahnwagen im Schnee. «Unserer Sektion tut es weh, wenn wir sehen, wie die Wagen unter Schnee und Regen verrotten», sagte Hans Fellmann im April 2017 zur AZ. Seit zehn Jahren besteht das Projekt einer Remise mit vier 60 Meter langen Gleisen ausgangs des Dorfes Realp in Richtung Furkapass. Die Bewilligungen liegen auf dem Tisch. Doch die Bauherren legen erst los, wenn 80 Prozent der 2,9 Millionen Franken Baukosten gesichert sind.

Der Auftrag an den Vereinspräsidenten war klar. Kein Jahr später, Ende Januar 2018, verkündete Hans Fellmann in der AZ: «Es macht mich schon ein wenig stolz, dass wir es schaffen werden, die benötigten Geld- und Materialspenden aufzutreiben.»

Das Finanzielle lag und interessierte Hans Fellmann schon immer. 15 Jahre lang war er Gemeindeammann von Gränichen und fand die Betreuung der Finanzen eine spannende Aufgabe. Die Leitung der Ortsbürgergemeindeversammlung sei für ihn «als Luzerner und Nicht-Ortsbürger» eine spezielle Aufgabe gewesen.

Überraschter Wahlsieger

In den Gemeinderat gewählt wurde der SVP-Politiker als Nachfolger von Arthur Gloor. Das war am 22. Oktober 1996. «Ich war am Wahlsonntag auf einer Wanderung in den Bergen und sehr überrascht, dass ich gewählt wurde», erzählte Hans Fellmann der AZ. Zum Ammann wählten ihn die Gränicherinnen und Gränicher ein Jahr später am 1. Dezember 1996. Ende 2011 trat Hans Fellmann aus dem Gemeinderat zurück und übergab an seinen Nachfolger Rolf Arber. «Ich bin alt genug», sagte er damals. Er sei froh, seine Zeit wieder selber bestimmen zu können. Die Ferien nicht mehr mit den Daten der Sitzungen und Versammlungen abzustimmen. Langweilig werde ihm aber sich nicht. Daran zweifelte wohl niemand.

Am 23. August hat Hans Fellmanns Herz auf einer Wanderung unerwartet aufgehört zu schlagen, er verstarb im Alter von 74 Jahren. «Wir glaubten, wie hätten noch so viel Zeit», schreibt seine Familie in der Todesanzeige. (az)