Am 21. Juli hatte die az unter dem Titel «Wilde Kandidatur? In der SP Aarau gärt es» den Flirt von Silvia Dell’Aquila mit der Stadtratskandidatur exklusiv vermeldet. Am Donnerstagmorgen hat die VPOD-Regionalleiterin nun ihre Ambitionen bestätigt. Auf ihrem Blog «We love Aarau». Ihre Partei, die SP, erweckte noch Ende Juli den Eindruck, die Sache aussitzen zu wollen.

Dell'Aquila schreibt in einer persönlichen Stellungnahme, ihr Interesse an einer Stadtratskandidatur sei der Partei schon beim Auswahlverfahren im Frühling bekannt gewesen. «Aus nachvollziehbaren Gründen» habe sich die Partei damals entschieden, Daniel Siegenthaler (neu) und Franziska Graf (bisher) zu nominieren. Dell'Aquila betont, sie unterstütze auch deren Kandidaturen sowie Hanspeter Thür (Grüne). «Ich bin überzeugt, dass wir zu viert im Aarauer Statrat viel für Aarau bewirken können.»

Dell'Aquila will eine «demokratische Auswahl bei den Stadtratswahlen» gewährleisten, die bislang mit 8 Kandidaturen für 7 Sitze zu gering gewesen sei. Auch sei sie von verschiedener Seite gebeten worden, sich eine wilde Kandidatur zu überlegen, weshalb sie sich «nach längerer Bedenkzeit zu diesem Schritt entschieden» habe.

Dell’Aquila nimmt für sich in Anspruch, Bevölkerungsgruppen und Themen zu vertreten, die vom jetzigen Kandidatenfeld nicht oder zu wenig vertreten werden. Sie setzt sich für die Alte Reithalle und das KiFF ein, für ein «aktives, vielfältiges kulturelles Leben», für eine mehrheitsfähige Alterspolitik, eine «kluge, umsichtige Finanzpolitik», gute Bildung und eine umfassende familienergänzende Betreuung. «Die Politik ist gefordert, die ideologischen Zwiste der letzten Jahre zugunsten einer Sachpolitik, die Aarau wirklich weiterbringt, hinter sich zu lassen.»

Die Soziologin Silvia Dell’Aquila gehört dem Einwohnerrat Aarau seit fünfeinhalb Jahren an. Sie war Co-Präsidentin der Juso-Aargau. Ihr grösster politischer Erfolg war das Volks-Nein zur Verselbstständigung der städtischen Altersheime (Golatti-Vorlage) im Mai.

Portiert wird Dell'Aquila durch das Komitee «Für unser Aarau». Co-präsidiert wird es von Sarah Lohr und Marc Maurer. «Das Komitee besteht aus mehrheitlich parteiungebundenen Aarauerinnen und Aarauern, welchen das Wohl der Stadt am Herzen liegt und die überzeugt sind, dass meine Erfahrung, meine Kompetenzen und Fähigkeiten im Stadtrat wichtig sind und Aarau weiterbringen», so Dell'Aquila.