Grosses Gewusel herrschte am Samstagnachmittag im Aarauer Wald. Heimliche Absprachen wurden getroffen, es gab wilde Verfolgungsjagden, strahlende Sieger und enttäuschte Gesichter bei den Verlierern. Und all dies nur, weil Sheriff McSola das Pokern verboten hatte.

Einmal pro Jahr veranstaltet der Regionalverband Aargau-Solothurn-Luzern-Zug des christlichen Jugendverbandes Cevi einen Anlass, am Samstag trafen sich rund 300 Kinder und Jugendliche, vorwiegend aus dem Kanton Aargau, im Wald bei der Keba.

Die Veranstalter hatten für den Spielnachmittag ein ausgeklügeltes Szenario vorbereitet: Wegen des herrschenden Pokerverbots verschenkte Bill McCevi all seine Karten, die Kinder konnten diese einsammeln und ihre besten Blätter dem Goldgrubenbesitzer Jack O’Spatz bringen. Dieser suchte nämlich einen Erben für seine Mine und alle wollten bei ihm Punkte sammeln.

Die verschiedenen Cevi-Abteilungen waren in sechs Gruppen zusammengefasst, Farbstriche im Gesicht markierten die Zugehörigkeit. So lernten sich die Kinder und Jugendlichen auch über ihre eigene Abteilung hinaus kennen. «Viele, vor allem die Leiter, kennen sich aus Kursen und Lagern und freuen sich, dass sie sich hier wieder treffen», erklärte Stefanie Konrad, Verantwortliche für die Anlässe im Regionalverband. «Im Zusammensein mit den anderen merken die Kinder auch, wie viel Spass der Aufenthalt im Freien macht, auch wenn das Wetter nicht ideal ist.»

Frieren musste am Samstag bestimmt niemand, obwohl die Temperaturen nicht gerade sommerlich waren. Die Herausforderungen des Spiels brachten die Teilnehmenden nämlich ganz schön ins Schwitzen. Leo, Niklas und Leandro aus Möriken fanden das Spiel cool, auch wenn sie einwendeten: «Es ist schade, dass man nicht ein bisschen kämpfen darf.» Die Duelle mussten nämlich friedlich verlaufen, wer rüpelhaft eine Karte zu ergattern versuchte, erhielt von den Sheriffs Strafpunkte.

Die Strengelbacherinnen Nadine, Dominique und Elin hingegen genossen vor allem das Zusammensein mit vielen anderen Kindern. «Es ist lustig, weil so viele hier sind, einige von ihnen haben wir bereits an anderen Anlässen kennengelernt», meinten sie in einer Verschnaufpause.